Am 14. und 15. Oktober 2026 trafen sich die Mitglieder und Gäste der VLI in Frankfurt am Main zur diesjährigen Herbsttagung. Zwei Tage voller fachlicher Impulse, spannender Perspektiven und persönlicher Begegnungen standen im Zeichen der Frage, wie sich Energie- und Ernährungssicherheit angesichts wachsender geopolitischer Herausforderungen langfristig gewährleisten lassen.
Ein besonderer Moment des festlichen Abends im Maritim Hotel Frankfurt war die Verleihung des Deutschen Agribusiness-Stipendiums 2026/27 an Johannes Fina, Masterstudent der Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim.
Mit hervorragenden Studienleistungen, hoher Motivation und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein überzeugte er die Jury einstimmig. Neben seinem Studium engagiert sich Johannes Fina im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb und verbindet dabei wissenschaftliche Ausbildung mit praktischer Erfahrung und persönlichem Einsatz.
Wir freuen uns, ihn als neuen Stipendiaten im VLI-Netzwerk willkommen zu heißen und ihn auf seinem weiteren Weg zu begleiten.
Weitere Informationen zum Stipendium sowie Johannes Finas persönliche Danksagung finden Sie unter Karriere & Perspektiven
Ein Höhepunkt des Abends war die Dinnerspeech von Generalleutnant André Bodemann zum Thema „Sicherheit in unsicheren Zeiten – Deutschlands Resilienz zwischen geopolitischen Spannungen und Versorgungssicherheit“.
Mit eindringlichen Worten und anschaulichen Beispielen verdeutlichte er, wie eng die Sicherheit eines Landes mit funktionierenden Versorgungsstrukturen verbunden ist. Der Krieg in der Ukraine zeige, welche weitreichenden Folgen Angriffe auf Energieversorgung, Infrastruktur und Lieferketten für Wirtschaft und Bevölkerung haben können.
Besonders betonte Bodemann das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Effizienz und notwendiger Krisenvorsorge. Resilienz erfordere Reserven, alternative Versorgungswege und zusätzliche Kapazitäten – auch wenn diese mit Kosten verbunden seien. Für Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft hob er die Bedeutung eines hohen Selbstversorgungsgrades und verlässlicher politischer Rahmenbedingungen hervor.
Sein zentraler Appell: Sicherheit und Krisenvorsorge sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, für die Staat, Wirtschaft und jeder Einzelne Verantwortung tragen.
Seine Rede gab wichtige Denkanstöße und bildete zugleich eine inhaltliche Brücke zur Podiumsdiskussion am folgenden Tag.
Wie widerstandsfähig ist unser Agribusiness gegenüber Krisen? Welche Abhängigkeiten gefährden unsere Versorgung, und welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft auch in Zukunft leistungsfähig bleiben?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion „Sichere Versorgung in unsicheren Zeiten: Die Rolle des Ag Business für Energie- und Ernährungssicherheit“ beim Deutschen Fachverlag.
Fünf Experten aus Sicherheitspolitik, Agrarwissenschaft, Ernährungsindustrie, Agrarhandel und Finanzwirtschaft beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei wurde deutlich, dass Versorgungssicherheit längst nicht mehr allein eine Frage ausreichender Lebensmittelproduktion ist. Cyberangriffe, mögliche Unterbrechungen von Lieferketten, hohe Energiekosten und internationale Abhängigkeiten stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen.
Diskutiert wurde insbesondere, wie sich wirtschaftliche Effizienz und notwendige Krisenvorsorge miteinander vereinbaren lassen. Denn zusätzliche Lagerkapazitäten, alternative Energiequellen und widerstandsfähige Infrastrukturen erhöhen zwar die Versorgungssicherheit, erfordern aber auch Investitionen. Gleichzeitig erschweren bürokratische Hürden und wirtschaftliche Unsicherheiten vielerorts die Umsetzung.
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Eine sichere Versorgung braucht wettbewerbsfähige Unternehmen, funktionierende Infrastrukturen und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Offen bleibt, wie die Kosten zusätzlicher Vorsorgemaßnahmen zwischen Wirtschaft, Staat und Gesellschaft verteilt werden sollen.
Die unterschiedlichen Einschätzungen der fünf Experten zeigen, wie vielschichtig diese Herausforderung ist – und wie wichtig der Dialog zwischen den einzelnen Bereichen des Agribusiness bleibt.
Pressemitteilung zur Diskussionsveranstaltung |
Pressebericht AgraEurope - Weckruf zur rechten Zeit
Pressebericht AgraEurope - Unterdrückung kostet Geld
Pressebericht AgraEurope - BVE kritisiert mangelnde Einbindung
Die hier veröffentlichten Presseberichte wurden uns freundlicherweise von AgraEurope zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen finden Sie unter www.agra.de
Hier finden Sie Impressionen unserer Herbsttagung 2026 in Frankfurt am Main.
Herbsttagung