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VLI-Presseinformationen

  • Frühjahrstagung 2019

    Frühjahrstagung 2019

    VLI- Frühjahrstagung in Gießen –
    „Nutztiere – nur eine Frage der Haltung?“

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 8. Mai im Haus der Vereinigten Hagelversicherung in Gießen statt. Rund 60 VLI-Mitglieder und Gäste diskutierten mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik, Fleischverarbeitung, Lebensmitteleinzelhandel und Erzeugung über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland.

    In einem einführenden Vortrag lieferte Dr. Dominic Lemken, Fachmann für Lebensmittelmarketing von der Universität Göttingen, Informationen zu den Nachfragetendenzen auf dem Fleischmarkt. Der Fleischkonsum ändere sich nur langsam, sei aber eher rückläufig. Es sei eine zunehmende Polarisierung der Verbrauchergruppen zu beobachten, insbesondere der Anteil der Flexitarier nähme zu.

    An der Diskussion um die Nutztierhaltung beteiligten sich auf dem Podium außerdem Jochen Dettmer, Vorstandssprecher Neuland e.V., Dr. Clemens Dirscherl, Beauftragter für Tierwohl und Nachhaltigkeit, Kaufland-Fleischwaren, Dr. Rudolf Mögele, EU-Kommission, Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft und Beauftragter für Tierschutz, Vion Bad Bramstedt und Hans-Benno Wichert, Schweinezüchter.

    Unter der Moderation von Dr. Andreas Quiring entspann sich eine lebhafte Diskussion, an der sich das Publikum über ein Voting-Tool beteiligen und den Grad der Zustimmung zu bestimmten Aussagen der Fachleute öffentlich machen konnte. Alle Referenten und das Publikum waren sich einig, dass sich die gesellschaftliche Diskussion um die Nutztierhaltung noch verstärken werde und der Strukturwandel weitergehe. Auf Zustimmung im Publikum stieß außerdem der Appell, dass die Tierhaltung auf keinen Fall in Länder mit niedrigeren Standards verlagert werden darf. Auch eine Zersplitterung des Marktes durch eine Vielzahl von Labeln mit unterschiedlichen Kriterien wurde allseits abgelehnt.

  • VLI-Ehrenpreis 2019

    VLI-Ehrenpreis 2019

    VLI verleiht Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an Carl-Albrecht Bartmer

    Im Rahmen ihrer Frühjahrstagung verlieh die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie am 8. Mai bereits zum siebten Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist der ehemalige DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer.

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg würdigte das außerordentliche Engagement des Preisträgers zugunsten der modernen Landwirtschaft und dankte ihm für die wertvollen Impulse, die er für die Weiterentwicklung der Branche gegeben hat. Er habe gezeigt, dass die Herausforderungen der Zukunft nicht mit dem Festhalten an alten Gewohnheiten gemeistert werden können, und dass Selbstkritik nicht schadet, sondern notwendig ist, um neue, zukunftsfähige Konzepte entwickeln zu können. Darüber hinaus dankte er ihm für sein langjähriges Mitwirken im erweiterten VLI-Vorstand.

    Der VLI-Vorsitzende überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 Euro. Der VLI-Ehrenpreis wird jährlich im Frühjahr verliehen. Weitere Preisträger der vergangenen Jahre waren Gerd Sonnleitner, Prof. Dr. Stefan Tangermann, Philip von dem Bussche, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt, Manfred Nüssel und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm.

  • Herbsttagung 2018

    Herbsttagung 2018

    VLI Herbsttagung in Regensburg –
    „Die GAP-Reform – ein neues Leitbild und seine Folgen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft“

    Die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik war Thema der Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie, die am 25. Oktober in Regensburg stattgefunden hat. Etwa 50 VLI-Mitglieder und Gäste nahmen an der Diskussionsrunde teil.

    Unter der Moderation von Dr. Angela Werner, Chefredakteurin der agrarzeitung, debattierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis über den besten Weg zur Neugestaltung der EU-Agrarpolitik.

    In einem einführenden Vortrag stellte Dr. Peter Wehrheim, Mitglied des Kabinetts von Agrarkommissar Phil Hogan, die Legislativvorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 vor. Die Vorschläge beinhalteten mehr Subsidiarität, d.h. mehr Verantwortung für die einzelnen Mitgliedstaaten, bei gleichzeitiger Erhaltung der „gemeinsamen“ Politik, erklärte er und erläuterte die Ziele und Prioritäten der zukünftigen Agrarpolitik sowie den geplanten Umsetzungsmechanismus mit stärkerer Zielorientierung.

    Die Beurteilung der Vorschläge aus Sicht der Wissenschaft übernahm Prof. Bernhard Brümmer, Agrarökonom der Universität Göttingen. Er wies auf Konflikte zwischen einzelnen Zielen hin, erläuterte Chancen und Probleme des neuen Modells und stellte die Auswahl der Indikatoren zur Messung der Zielerreichung in Frage. Zu seinen Empfehlungen zur EU-Agrarreform gehörten der Einstieg ins Ende der Direktzahlungen, eine kritische Bewertung des europäischen Mehrwerts von Maßnahmen sowie die scharfe Kontrolle des Wettbewerbs zum Abbau von Marktverzerrungen aufgrund gekoppelter Direktzahlungen. Der EU-Fokus solle ausschließlich auf Ziele mit Mehrwert gerichtet sein.

    Auf dem Podium diskutierten außerdem mit: Unterabteilungsleiter im BMEL Alois Bauer, Korrespondent der agrarzeitung Axel Mönch und der Präsident des Bauernverbands Schleswig-Holstein Werner Schwarz. In der Diskussion wurde u.a. eine hohe Flexibilität in der Umsetzung der Reform in den Mitgliedstaaten gefordert: Den „Instrumentenkasten“ zur Erreichung der Ziele solle jedes Land selber bestimmen. Auf die Frage, ob Landwirte grundsätzlich ohne Direktzahlungen leben könnten, war die Antwort „ja“ bei langsamem Auslaufenlassen der bisherigen Regelungen. Dabei wurde auf das Beispiel Neuseelands verwiesen. Desweiteren wurde ein Bürokratieabbau und eine Reduzierung der Regelungsdichte angemahnt. Dr. Peter Wehrheim wies darauf hin, dass hohe Standards, deren Einhaltung kontrolliert werde, auch Wettbewerbsvorteile im Hinblick auf Lebensmittelsicherheit bedeuteten.

    In seinen Abschlussworten erklärte der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg, dass in der Agrarbranche kein Zweifel darin bestehe, dass gesellschaftliche Anforderungen zu erfüllen seien, wichtig sei aber, dass alle Maßnahmen kritisch im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit überprüft werden. Das gelte sowohl für die Landwirtschaft, als auch für nachgelagerte Bereiche wie die Ernährungsindustrie.

  • VLI Stipendium 2018/2019

    VLI Stipendium 2018/2019

    Göttinger Masterstudent erhält das Deutsche Agribusiness-Stipendium der VLI 

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Rahmen ihrer Herbsttagung in Regensburg am 24. Oktober bereits zum sechsten Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus den eingegangenen Bewerbungen wählte eine Jury Cord-Friedrich von Hobe als Stipendiaten aus. Für die Wahl entscheidend waren neben den hervorragenden Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers, seine Zielstrebigkeit und das ausgewiesene Interesse am Agribusiness.

    Herrn von Hobe interessieren die wirtschaftlichen Zusammenhänge im Agribusiness ganz besonders. Daher absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann bevor er ein Bachelorstudium im Fach Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen erfolgreich abschloss. Zur Zeit befindet er sich Masterstudium Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus ebenfalls in Göttingen. Praktische Erfahrungen sammelte er auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland und Kanada, bei einem bekannten deutschen Saatzuchtunternehmen und in einem Gutachterbüro.

    Herr von Hobe erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedern beruflich zu orientieren und seinen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten. Außerdem wird ihm die Teilnahme an einem Training der Andreas-Hermes-Akademie für Berufseinsteiger ermöglicht.

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte Herrn von Hobe die Stipendien-Urkunde und wünschte ihm viele interessante Erfahrungen und fruchtbare Begegnungen mit VLI-Mitgliedern. „Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen das Stipendium bietet“, gab er ihm mit auf den Weg.

    Unter dem Motto „Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V.“ wird das Stipendium auch weiterhin jährlich im Frühjahr ausgeschrieben.

  • Frühjahrstagung 2018

    Frühjahrstagung 2018

    VLI- Frühjahrstagung in Münster –
    „Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion aus Sicht von Erzeugern, Handel und Verbrauchern“

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 3. Mai im Haus der Westfälischen Provinzial Versicherung AG in Münster statt. Knapp 80 VLI-Mitglieder und Gäste diskutierten mit vier Referenten unter der Moderation von Anselm Elles, AFC Consulting Group AG, über Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion.

    Ziel der Veranstaltung sei es, eine Plattform für den Dialog zwischen den Beteiligten der Lebensmittelkette zu bieten, erläuterte der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg. Denn die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln gelänge langfristig nur, wenn alle Beteiligten – vom Acker bis zum Teller – als Partner eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln und gemeinsam auf die Erreichung der gesteckten Ziele hinarbeiteten.

    An der Diskussion um Nachhaltigkeit beteiligten sich auf dem Podium neben den Landwirten Carsten Abenhardt (Möhrenanbau) und Stefan Teepker (u.a. Hänchenmast) auch Jaqueline Walter von Arla Foods Deutschland und Benjamin Baykal von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Leider musste Dr. Ludger Breloh (REWE Group) seine Teilnahme wegen anderer Verpflichtungen kurzfristig absagen.

    Gemeinsamer Tenor der Podiumsteilnehmer war die Feststellung, dass es an vergleichbaren Maßstäben und Kenngrößen in der Nachhaltigkeitsdebatte fehle. Jeder definiere den Begriff anders. Daher müsse Nachhaltigkeit über einheitliche Indikatoren messbar gemacht werden. Nur so könnten Optimierungen und Fortschritte entlang der Wertschöpfungskette kommuniziert und dem Verbraucher verständlich gemacht werden.

    Die Lebensmittelerzeuger forderten außerdem die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen. Diese müssten im Dialog mit allen Beteiligten der Food Chain entwickelt werden. Gerade in der Landwirtschaft seien kurzfristige Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen nicht möglich.

  • VLI-Ehrenpreis 2018

    VLI-Ehrenpreis 2018

    VLI verleiht Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm 

    Im Rahmen ihrer Frühjahrstagung verlieh die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie am 3. Mai bereits zum sechsten Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist Prof. Ernst Kalm, der für sein außerordentliches Engagement vor allem im Bereich Tierzucht und Tierhaltung geehrt wurde.

    In seiner Laudatio stellte das Jury-Mitglied Prof. Dr. P.M. Schmitz den Preisträger als national und international hoch angesehenen Wissenschaftler vor, der sich nicht nur über 30 Jahre lang für sein Institut an der Universität Kiel einsetzte, sondern auch eine Vielzahl von Ehrenämtern im In- und Ausland wahrnahm. Zu seinem erfolgreichen Lebenswerk gehöre eine beachtliche Anzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Zeitschriftenbeiträgen für die Praxis.

    In seiner Dankesrede betonte Prof. Kalm, dass es ihm immer wichtig gewesen sei, seine Forschungen und Erkenntnisse so zu kommunizieren, dass auch Nicht-Wissenschaftler sie verstehen könnten. Diese Einstellung versuche er bis heute, an jüngere Kollegen weiterzugeben.

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 €. Der VLI-Ehrenpreis wird jährlich im Frühjahr verliehen. Weitere Preisträger der vergangenen Jahre waren Gerd Sonnleitner, Prof. Dr. Stefan Tangermann, Philip von dem Bussche, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt und Manfred Nüssel.

  • Herbsttagung 2017

    Herbsttagung 2017

    VLI Herbsttagung in Würzburg –
    Pflanzenschutz 2030 – Strategien und Instrumente für die moderne Landwirtschaft

    Die Zukunft des Pflanzenschutzes war Thema der Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie, die am 19. Oktober in Würzburg stattgefunden hat. Etwa 70 VLI-Mitglieder und Gäste nahmen am Abendessen und der Diskussionsrunde am folgenden Vormittag teil.

    Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung verlieh die VLI bereits zum fünften Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium. Neue Stipendiatin ist Paula Heine, Masterstudentin im Fach Agrarmanagement der Technischen Universität München. Weiteres Highlight des Abends war ein Vortrag von Prof. Cees Veerman, Leiter der Task Force Agrarmärkte der EU-Kommission, zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik.

    Bei der Diskussionsrunde zur Zukunft des Pflanzenschutzes gelang es den eingeladenen Experten, interessante Einblicke in die aktuelle Entwicklung neuer Strategien des Pflanzenschutzes zu geben.

  • VLI Stipendium 2017/2018

    VLI Stipendium 2017/2018

    Masterstudentin der TU München erhält das Deutsche Agribusiness-Stipendium der VLI

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Rahmen ihrer Herbsttagung in Würzburg am 18. Oktober bereits zum fünften Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus 23 eingegangenen Bewerbungen wählte eine Jury Paula Heine als Stipendiatin aus. Für die Wahl entscheidend waren neben den guten Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit der Bewerberin, das ausgewiesene Interesse am Agribusiness und ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement.

    Frau Heine absolvierte ein Bachelorstudium im Fach "Agrarwirtschaft" an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen. Seit dem Herbst 2016 studiert sie an der TU München, Weihenstephan im Masterstudium Agrarmanagement mit Schwerpunkt Tierhaltung und Agribusiness. In ihrer Masterarbeit setzt sie sich mit ökologischer Kälberhaltung auseinander. Neben ihrem Studium ist Frau Heine ehrenamtlich u.a. beim Bayrischen Roten Kreuz, beim Deutschen Akademischen Reiterverband, bei der Jungen DLG und im Mentorenprogramm "Balu und du" aktiv.

    Frau Heine erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedsunternehmen beruflich zu orientieren und ihren erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte Frau Heine die Stipendien-Urkunde und wünschte ihr viele interessante Erfahrungen und fruchtbare Begegnungen mit VLI-Mitgliedern.

    Unter dem Motto "Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V." wird das Stipendium auch weiterhin jährlich im Frühjahr ausgeschrieben.

  • Jubiläumsveranstaltung 2017

    Jubiläumsveranstaltung 2017

    VLI-Jubiläumsfeier in Essen -
    90 Jahre Förderung des Dialogs zwischen Landwirtschaft und Industrie

    Seit nunmehr 90 Jahren engagiert sich die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Industrie. Über Jahrzehnte hinweg ist es ihr erfolgreich gelungen, Brückenbauer zwischen diesen beiden Wirtschaftsbereichen zu sein, den sachlichen Meinungsaustausch zu fördern und gemeinsames Handeln zu initiieren.

    Mit ihrer Jubiläumsfeier am 31. Mai in Essen kehrte die VLI an ihren Ursprung zurück. Darauf wies der VLI-Vorsitzende, Dr. Thomas Kirchberg, in seinem Rückblick auf die Geschichte der Verbindungstelle hin. Sowohl die Gründung des Vorläufers der heutigen VLI im Jahr 1927, als auch die Wiedergründung im Jahr 1951 nach einem Verbot im Dritten Reich erfolgte in Essen. Über all die Jahre hinweg sei das Bedürfnis von Führungskräften aus Industrie und Landwirtschaft, sich regelmäßig auszutauschen und nach gemeinsamen Problemlösungen zu suchen, nicht geringer geworden, so der Vorsitzende. Die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und mit anderen Persönlichkeiten aus der Branche den konstruktiven Dialog zu suchen, das sei der besondere Wert einer Mitgliedschaft bei der VLI.

    In einem Grußwort überbrachte der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Johannes Frizen Glückwünsche zum Jubiläum. Er wies darauf hin, dass die großen Herausforderungen dieser Zeit, wie die Ernährung der Weltbevölkerung, die Folgen der Globalisierung, die steigenden Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Produktion und die Nachhaltigkeit, Landwirtschaft wie Industrie gleichermaßen beträfen. Die Verbindungsstelle biete eine hervorragende Plattform für offene, vertrauensvolle Gespräche unabhängig von parteipolitischen Interessen und erlaube es ihren Mitgliedern, ausgewogene Vorschläge und sinnvolle Lösungen zu erarbeiten, die in die öffentliche, vor allem politische Meinungsbildung einflössen.

    Die Feier diente nicht nur dem Rückblick, sondern auch dem Ausblick auf die Zukunft des Agribusiness. In einer Festrede erläuterte Dr. Eike Wenzel, renommierter Zukunftsforscher, seine Vorstellungen von den wichtigsten Megatrends, die die Agrar- und Ernährungswirtschaft in den kommenden Jahren prägen werden.

  • VLI-Ehrenpreis 2017

    VLI-Ehrenpreis 2017

    VLI verleiht Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an Manfred Nüssel

    Im Rahmen ihrer Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen verlieh die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie am 31. Mai bereits zum fünften Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist Manfred Nüssel, der langjährige Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes.

    In seiner Laudatio lobte der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg den Preisträger für sein außerordentliches Engagement vor allem zugunsten der genossenschaftlich organisierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Mit Begeisterung und Leidenschaft habe Herr Nüssel die Genossenschaftsidee voran gebracht und den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Raiffeisen-Verbandes gesichert.

    Er überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 €. Der VLI-Ehrenpreis wird jährlich im Frühjahr verliehen. Weitere Preisträger der vergangenen Jahre waren Gerd Sonnleitner, Prof. Dr. Stefan Tangermann, Philip von dem Bussche und Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt.

  • Herbsttagung 2016

    Herbsttagung 2016

    VLI Herbsttagung in Berlin - Die Agrar- und Ernährungswirtschaft in einer veränderten Medienlandschaft

    Die Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 27. und 28. Oktober in Berlin statt. Etwa 80 VLI-Mitglieder und Gäste nahmen an dem abwechslungsreichen Programm am Abend und am folgenden Tag teil.

    Programmpunkte der Abendveranstaltung waren die offizielle Vorstellung der Ergebnisse der VLI-Studie "Ökologische Nachhaltigkeit deutscher Ackerbaubetriebe" und die feierliche Verleihung des Deutschen Agribusiness-Stipendiums der VLI an Michael Brunner, Masterstudent in Hohenheim. Highlight des Abends war ein unterhaltsamer Vortrag von Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikoforschung, zum Thema "Gesellschaft und Bestimmungsgründe der Risikobewertung am Beispiel der Ernährung und Landwirtschaft". In seiner Präsentation erläuterte er u.a. warum der Lebensmittelbereich so anfällig für Krisen ist. Am Beispiel von Pflanzenschutzmitteln verdeutlichte er, dass die subjektive Risikowahrnehmung der Bevölkerung im Hinblick auf Rückstände in Lebensmitteln von der Einschätzung des objektiven Risikos durch Experten oft abweicht.

    Der folgende Tag stand ganz im Zeichen des Themas "Die Agrar- und Ernährungswirtschaft in einer veränderten Medienlandschaft". Am Vormittag besuchte eine Gruppe die Deutsche Welle in Berlin. Die phoenix-Moderatorin Constanze Abratzky stellte die Medienangebote des Senders vor, führte durch die Fernsehstudios und stand sehr kompetent Rede und Antwort auf die Fragen der Teilnehmer.

    Eine zweite Gruppe traf im Haus der Bundespressekonferenz mit Fernsehjournalistin Simone von Stosch zusammen, die bis 2015 zum Sprecherteam der Tagesschau gehörte und heute als Medientrainerin arbeitet. In ihrer Präsentation gab sie wertvolle Tipps zum professionellen Umgang mit Medien und analysierte gemeinsam mit dem Publikum den aktuellen Panorama-Beitrag zu Tierschutzverstößen und die Reaktionen der Branche auf den Beitrag.

    An der Diskussionsrunde am Nachmittag nahmen folgende Referenten teil:

    • Dr. Christoph Amberger, Geschäftsführer Forum Moderne Landwirtschaft e.V., Berlin

    • Lutz Bergmann, freiberuflicher Journalist, Berlin

    • Jens Brambusch, Redakteur, Capital Magazin, Berlin

    • Oda Lambrecht, freiberufliche Journalistin, NDR / ARD, Hamburg

    • Dr. Jürgen Struck, Redakteur, agrarzeitung, Frankfurt am Main.

    Britta Buchholz, Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio, moderierte eine lebendige und gehaltvolle Diskussion über die mediale Berichterstattung zu landwirtschaftlichen Themen. Von den beteiligten Journalisten war zu hören, dass sie oft negative Erfahrungen bei ihren Recherchen in der Landwirtschaft machten, da häufig keine Gesprächsbereitschaft bestehe. Da liege die Vermutung nahe, dass es etwas zu verbergen gäbe. Bei kritischer Berichterstattung sei "Mauern und Leugnen" das Schlimmste, was man machen könne. Besser sei Offenheit und Aufklärung. Es wurde für gegenseitiges Verständnis geworben, um die Zusammenarbeit zwischen der Branche und Medienvertretern in Zukunft zu verbessern. Das angestrebte Ziel der Veranstaltung, in einen offenen, konstruktiven Dialog mit Journalisten über die Berichterstattung zu agrar- und ernährungswissenschaftlichen Themen zu treten, um den gegenseitigen Respekt zu fördern und Vertrauen aufzubauen, ist gelungen.

  • VLI-Stipendium 2016/2017

    VLI-Stipendium 2016/2017

    VLI verleiht das Deutsche Agribusiness-Stipendium an einen Masterstudenten der Universität Hohenheim

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Rahmen ihrer Herbsttagung in Berlin Ende Oktober bereits zum vierten Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus 20 eingegangenen Bewerbungen wählte eine Jury Michael Brunner als Stipendiaten aus. Für die Wahl entscheidend waren neben den guten Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers und das ausgewiesene Interesse am Agribusiness.

    Herr Brunner hat nach seiner Ausbildung zum Landwirt das Bachelorstudium Agrarwirtschaft an der Hochschule Nürtingen absolviert. Seit dem letzten Wintersemester studiert er in Hohenheim die Masterstudiengänge Agribusiness und Agrartechnik. Er bringt umfangreiche praktische Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft mit, übernimmt als stellvertretender Betriebsleiter im elterlichen Schweinemastbetrieb Verantwortung und ist darüber hinaus ehrenamtlich engagiert. Herr Brunner erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedsunternehmen beruflich zu orientieren und einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte Herrn Brunner die Stipendien-Urkunde und wünschte ihm viele interessante Erfahrungen und fruchtbare Begegnungen mit VLI-Mitgliedern.

    Unter dem Motto "Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V." wird das Stipendium auch weiterhin jährlich im Frühjahr ausgeschrieben.

  • Frühjahrstagung 2016

    Frühjahrstagung 2016

    VLI- Frühjahrstagung in Düsseldorf – „Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Landwirtschaft“

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 21. April im Haus der WGZ-Bank AG in Düsseldorf statt. Knapp 80 VLI-Mitglieder und Gäste diskutierten mit fünf Referenten unter der Moderation von Roland Hörner, DLG-Fachgebietsleiter Landtechnik, über die Herausforderungen, die mit der zunehmenden Digitalisierung von Produktionsabläufen in der Landwirtschaft verbunden sind.

    Der VLI-Vorsitzende, Dr. Thomas Kirchberg, sprach in seiner Begrüßung von einer neuen Ära, die mit der sog. Industrie 4.0 angebrochen sei und die auch die Agrarwirtschaft in den nächsten Jahren entscheidend verändern werde. Der smarte Landwirt der Zukunft werde Datenmanager und IT-Fachmann sein und in seinen Entscheidungsprozessen durch intelligente Softwarelösungen zur Auswertung der gesammelten Daten unterstützt werden. Dieser schönen neuen Welt stünden im Moment aber ungelöste Fragen zum Datenschutz und zur Datensicherheit entgegen.

    Karl-Heinz Krudewig, Head of Product Management von der 365FarmNet GmbH, stellte in seinem Vortrag fest, dass bisherige Datenverarbeitungssysteme in der Landwirtschaft vielfach zu kompliziert und Datenströme nicht vernetzt seien. Diese Probleme habe 365 FarmNet mit einer Software für den gesamten Betrieb gelöst. Über die Zusammenarbeit mit Partnerfirmen werde vernetzte Intelligenz angeboten. Die Datenhoheit verbleibe beim Landwirt, der selbst entscheide, welche ausgewählten Daten er zur Weiterverarbeitung an die Partnerfirmen herausgibt.

    Heiko Nies, John Deere Vertrieb, erläuterte, dass mit John Deere FarmSight Landwirtschaft 4.0 bereits existiere. Schon heute seien Maschinen, Fahrer, Felder und Partner/Lieferanten miteinander vernetzt. Durch optimales Maschinen- und Flottenmanagement, flexibles Auftragsmanagement und verbesserte Anbauplanung und Datenanalyse auf dem Feld könne die Effizienz und Nachhaltigkeit der Produktion deutlich gesteigert werden.

    Prof. José Martinez, geschäftsführender Direktor des Instituts für Landwirtschaftsrecht der Universität Göttingen, hob hervor, dass die bisherigen Rechtsinstrumente im Hinblick auf die digitalen Neuerungen veraltet seien. Er sprach von einem Dilemma, da das Recht nur punktuelle Lösungs-ansätze biete und die Besonderheiten der Landwirtschaft nicht ausreichend berücksichtige. Die fehlenden klaren „Spielregeln“ seien die Ursache, dass es ein erhebliches Misstrauen von Landwirten gegenüber der neuen Technik gäbe. Problem sei, dass sich das deutsche Datenschutzrecht in erster Linie auf personenbezogene Daten beziehe, nicht aber auf unternehmensbezogene. Er forderte den Gesetzgeber auf, die erkennbaren Regelungslücken zu schließen.

    Klaus Münchhoff, Betriebsleiter Gut Derenburg, berichtete von seinen langjährigen Erfahrungen mit Precision Farming. Dabei hinterfragte er, ob tatsächlich alle Daten ausgelagert werden müss-ten oder ob nicht eine betriebsinterne zentrale Datenbank – eine betriebliche Cloud – auf die jeder innerhalb des Betriebes zugreifen könne, sinnvoller sei. Problematisch sah er die Weitergabe vertraulicher Daten und die bisher ungelöste Frage, wie er sich vor Datenmissbrauch schützen könne. Bei der anfallenden Datenmenge sei es eine wichtige Aufgabe, sinnvolle von weniger sinnvollen Daten zu unterscheiden. Er stellte die Frage in den Raum, ob Landwirte möglicherweise unbewusst als „Testfahrer“ für die Landmaschinenindustrie fungierten.

    Philipp Schmechel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Multimedia- und Telekommunikationsrecht der Universität Göttingen, erläuterte die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung. Als möglichen Lösungsansatz für die Erhöhung der Datensicherheit sah er die Anwendung von Verschlüsselungstechniken an.

    In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde betont, dass die Standardisierung der unterschiedlichen Systeme verschiedener Anbieter notwendig sei, um eine sinnvolle Vernetzung zu ermöglichen. Die Anpassung der gesetzlichen Regelungen an die tatsächlichen Bedürfnisse sei dringend geboten. Die Entwicklung von Musterverträgen und der Ausbau der Rechtsberatung seien notwendig, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und Vertrauen in die Technik herzustellen. Grundsätzlich waren sich alle Beteiligten einig, dass Landwirtschaft 4.0 die Zukunft sei, da der Innovationsfortschritt durch den Wettbewerb angetrieben werde. Landwirte seien fortschrittsorientiert, allerdings werde die Geschwindigkeit der Umsetzung der neuen Techniken je nach Betriebsgröße und -struktur unterschiedlich sein.

  • Herbsttagung 2015

    Herbsttagung 2015

    VLI Herbsttagung in Montabaur – "Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung – Wunschdenken und Wirklichkeit"

    Die Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 20. und 21. Oktober im Hotel Schloss Montabaur statt. Die Einladung zur Veranstaltung war aufgrund der Brisanz des Themas auf große Resonanz gestoßen.
    Etwa 80 VLI-Mitglieder und Gäste erlebten nach der feierlichen Verleihung des Deutschen Agribusiness-Stipendiums der VLI einen anregenden Vortrag von Prof. Dr. Julian Voss, PFH Private Hochschule Göttingen, in dem er auf aktuelle Trends in der Agrar- und Ernährungswirtschaft aufmerksam machte und auf veränderte Wertschöpfungsketten und daraus resultierende neue Anforderungen an die Branche hinwies.
    Am folgenden Vormittag diskutierte das interessierte Publikum unter der anregenden Moderation von Dietrich Holler (Leiter Kommunikation, DLG e.V.) mit den eingeladenen Experten:

    • Dr. Clemens Dirscherl, Agrarbeauftragter der EKD
    • Philipp Schulze Esking, DLG-Vizepräsident und Landwirt
    • Prof. Dr. Harald Grethe, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik
    • Prof. Dr. Peter Kunzmann, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft.

    Es bestand Einigkeit darin, dass Nutztierhalter und Gesellschaft aufeinander zugehen müssen, um im Dialog einen langfristigen Veränderungsprozess in Gang zu setzen. Die dazu nötigen Maßnahmen wurden allerdings kontrovers diskutiert.

    Vortrag Prof. Dr. Julian Voss

  • VLI-Stipendium 2015/2016

    VLI-Stipendium 2015/2016

    Masterstudentin der Hochschule Osnabrück erhält das Deutsche Agribusiness-Stipendium der VLI

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Rahmen ihrer Herbsttagung in Montabaur Ende Oktober zum dritten Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus 34 Bewerbungen hat eine Jury Christina Lenfers als Stipendiatin ausgewählt. Für die Wahl entscheidend waren neben den guten Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit der Bewerberin und das ausgewiesene Interesse am Agribusiness.
    Frau Lenfers hat im Sommer ihren Bachelor of Engineering an der Hochschule Osnabrück im Fach "Wirtschaftsingenieurwesen im Agri- und Hortibusiness" abgeschlossen. Sie hat großes Interesse an der Kommunikation im Agrarbereich und deshalb für ihr Masterstudium den Studiengang "Agrar- und Lebensmittelwirtschaft" mit dem Schwerpunkt "Medien- und CSR-Kommunikation" an der Hochschule Osnabrück gewählt. Mit fundiertem Fachwissen und dem Charme einer jungen Frau möchte sie dazu beitragen, das Image der Landwirtschaft nachhaltig zu verbessern.
    Frau Lenfers erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedsunternehmen beruflich zu orientieren und einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.
    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte Frau Lenfers die Stipendien-Urkunde mit den Worten: "Ich freue mich, dass die VLI mit Ihnen eine engagierte und gleichzeitig sympathische Botschafterin gewonnen hat und wünsche Ihnen viele fruchtbare Begegnungen mit VLI-Mitgliedern."
    Unter dem Motto "Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V." soll das Stipendium auch weiterhin jährlich im Frühjahr ausgeschrieben warden.

  • Frühjahrstagung 2015

    Frühjahrstagung 2015

    VLI- Frühjahrstagung in Leipzig: „Wachsende Märkte in Asien – Chancen für die europäische Agrar- und Ernährungswirtschaft?“

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 21. April in Leipzig statt. Knapp 80 VLI-Mitglieder und Gäste diskutierten mit fünf Referenten unter der Moderation von Dr. Jürgen Struck, Redakteur der agrarzeitung, über die Marktchancen, die sich für die europäische Agrar- und Ernährungswirtschaft in den schnell wachsenden asiatischen Schwellenländern bieten.
    Der VLI-Vorsitzende, Dr. Thomas Kirchberg, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass vor dem Hintergrund einer stagnierenden Nachfrage im EU-Binnenhandel und der russischen Einfuhrbeschränkungen seit August 2014 die Suche nach neuen Exportmöglichkeiten außerhalb der EU für viele Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft von großer Bedeutung sei.

    Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, stellte in seinem Vortrag fest, dass Produkte "made in Germany" aufgrund ihrer Qualität und Sicherheit weltweit zunehmend gefragt sind. Für ihn hängt der unternehmerische Erfolg von morgen stark von der Teilhabe an der internationalen Wertschöpfung ab. Er ist davon überzeugt, dass gerade in Asien, wo 60 Prozent der Weltbevölkerung lebt und wo eine wachsende Mittelschicht mit steigenden Einkommen vermehrt importierte Lebensmittel nachfragt, eine Vielzahl neuer Exportmöglichkeiten bestehen. Daher appellierte er an die Politik, dass sie die Bemühungen deutscher und europäischer Unternehmen, auf diesen Märkte Fuß zu fassen, unterstützt und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte auf internationalen Märkten fördert.

    Dr. Theo Freye, Senior Business and Strategy Advisor der CLAAS KGaA mbH, berichtete über die Erfahrungen seines Landtechnik-Konzerns in China und Indien. Er erläuterte die landwirtschaftlichen Strukturen in China und gab einen Überblick über die Entwicklung des Landtechnikmarktes in dem Land. Er stellte fest, dass die chinesische Landtechnikproduktion in den vergangenen Jahren rasant zugenommen hat, und prophezeite, dass chinesische Technik in absehbarer Zeit in der weltweiten Landwirtschaft sichtbar werde.

    MR Dr. Hermann J. Schlöder, Leiter des Referats 424 - Absatzförderung, Qualitätspolitik des BMEL, erläuterte, dass Deutschland weltweit die Nr. 3 der Agrarexportländer ist. Wichtige Export-destinationen seien vor allem Industrieländer und kaufkräftige Schwellenländer wie China, Indien, Südkorea und ASEAN-Staaten. Myanmar sei ebenfalls ein Wachstumsmarkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Er stellte Ziele und Maßnahmen der Exportförderung seines Ministeriums vor und bekräftigte, dass Bundesminister Schmidt und sein Haus sich intensiv für die Öffnung neuer Märkte einsetze.

    Holger Hübner, Geschäftsführer der German Export Association for Food and Agriproducts GEFA, erläuterte die Aufgaben seiner Organisation und deren praktische Umsetzung. Er präsentierte Schätzungen, dass die Mittelschicht in Asien in den nächsten 10 Jahren um 1 Mrd. Menschen an-wachsen werde, was einen immensen Nachfrageschub zur Folge habe. Die Entwicklung der deutschen Agrarausfuhren nach Asien sei in den vergangenen Jahren positiv gewesen, wobei Milch und Milchprodukte sowie Fleisch und Fleischwaren aber auch Weizen und Rohtabak die größte Rolle gespielt haben. Außerdem erklärte er, dass der Wegfall der Exportmöglichkeiten nach Russland aufgrund der russischen Einfuhrbeschränkungen inzwischen vollständig durch Ausfuhren in andere Länder kompensiert wurde.

    Anselm Elles, Mitglied des Vorstands der AFC Management Consulting AG, stellte als wichtiges Hemmnis für Ausfuhren in asiatische Länder die Tatsache heraus, dass die Vertriebsstrukturen für importierte Lebensmittel äußerst komplex und nicht immer transparent sind. Daher sei mit einem hohen Zeitaufwand besonders beim Erstvertrieb zu rechnen. Vor allem China, Indien und Vietnam entwickeln sich seiner Meinung nach zu dynamisch wachsenden Absatzmärkten. Deutsche und europäische Agrarprodukte genießen dort ein hohes Ansehen und werden zunehmend nachgefragt. Er wies darauf hin, dass für die weitere Entwicklung der internationalen Handelsbeziehun-gen die geplanten interkontinentalen Handelsabkommen und die darin zu vereinbarenden Standards eine wichtige Rolle spielen.

    In der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, dass die deutsche Exportförderung zwar schon jetzt recht effizient, aber durchaus noch verbesserungsfähig sei. Die Zusammenarbeit mit Botschaften und Generalkonsulaten in den wichtigsten Zielländern könnte noch weiterentwickelt werden. Denn die Unterstützung durch die Politik bei der Markterschließung für deutsche Produkte im Ausland sei unverzichtbar, so die übereinstimmende Überzeugung der Anwesenden.

  • VLI-Ehrenpreis 2015

    VLI-Ehrenpreis 2015

    VLI verleiht Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an Philip Freiherr von dem Bussche

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im April zum dritten Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist der ehemalige Vorstandssprecher der KWS SAAT AG und frühere DLG-Präsident Philip von dem Bussche.
    Der VLI-Vorsitzende, Herr Dr. Thomas Kirchberg, lobte den Preisträger als modernen Landwirt, der der Idee einer wissensbasierten, unternehmerischen Landwirtschaft in Deutschland und Europa einen Schub gegeben hat. Philip von dem Bussche verkörpert Unternehmertum, Fortschritt und Mut zur Veränderung. Seine Beiträge zur Fortentwicklung des landwirtschaftlichen Sektors waren stets praxisorientiert und konstruktiv, manchmal auch unbequem und querdenkend. Damit hat er der deutschen Landwirtschaft große und richtungsweisende Impulse gegeben.
    Der VLI-Vorsitzende überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 €.
    Der VLI-Ehrenpreis wird jährlich im Rahmen der VLI-Frühjahrstagung verliehen. Weitere Preisträger der vergangenen Jahre waren Gerd Sonnleitner und Prof. Dr. Stefan Tangermann.

  • Herbsttagung 2014

    Herbsttagung 2014

    VLI-Herbsttagung in Pforzheim – „Die Lebensmittelwirtschaft im Blickpunkt – was kommt auf den Tisch?“

    Die Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. fand am 29. und 30. Oktober in Pforzheim statt. Unter der Moderation von Simone Schiller, Geschäftsführerin des DLG-Fachzentrums Ernährungswirtschaft, diskutierten knapp 60 VLI-Mitglieder und Gäste mit Referenten aus wichtigen Bereichen der Lebensmittelkette über aktuelle Herausforderungen, die den Waren- und Wertestrom vom Acker auf den Teller betreffen.
    Der VLI-Vorsitzende, Dr. Thomas Kirchberg, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass der vertikale Informationsaustausch zwischen den einzelnen Stufen der Lebensmittelkette unverzichtbar sei. Denn nur wer die vor- und nachgelagerten Stufen seines eigenen Wirtschaftsbereiches im Auge behalte, wirtschafte langfristig erfolgreich. Ein offener Austausch zwischen wichtigen Beteiligten in der Lebensmittelkette war das Ziel der Veranstaltung.

    MDirig Joachim Hauck, Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, wies auf die zentralen Herausforderungen für den Agrar- und Ernährungssektor nicht nur in Baden-Württemberg hin: Versorgungssicherheit, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Erhaltung der Kulturlandschaft, Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, Sozialverträglichkeit. Er stellte die Erzeugergemeinschaft "Württemberger Lamm" als gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Produktion und Vermarktung vor. Verbraucher werden durch die Aspekte "Qualität aus der Region" und "Beitrag zur heimischen Landschaftspflege" erfolgreich angesprochen.

    Marco Kemmler, Landwirt aus Bad Friedrichshall, stellte seinen Betrieb und die Vermarktungswege der Sonderkulturen (Erdbeeren, Einlegegurken, Zucchini etc.) vor. Er betonte, dass die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher bei Direktvermarktung deutlich höher sei als bei anderen Vermarktungswegen. Eine zentrale Bedeutung habe die Qualitätssicherung über Rückstandsanalysen vor der Ernte und während der Vermarktung in seinem Betrieb.

    Jutta Kuhles, stellvertretende Vorsitzende des Rheinischen Landfrauenverbandes, stellte fest, dass durch die Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt von Familien das gemeinsame Zubereiten und Einnehmen von Mahlzeiten zunehmend wegfalle. Damit einher gehe ein Verlust an Wissen über die Herstellung von Lebensmitteln und ihre Verarbeitung im eigenen Haushalt. Diesem Trend entgegen zu wirken, sei eine wichtige Aufgabe der Landfrauenverbände in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen Erzeugern und Verbrauchern. So fordern sie die Einführung eines eigenständigen Schulfaches "Alltags- und Lebensökonomie" und bieten mit sog. Management@home-Kursen jungen Familien die Möglichkeit, verlorengegangene Alltagskompetenzen wieder zu erwerben. Ein Unterstützung von Seiten der Politik und von Sponsoren wäre wünschenswert.

    Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V., machte darauf aufmerksam, dass Verbraucher meist keinen Einblick in Prozesse der Lebensmittelkette haben. Daher seien sie auf glaubwürdige Informationen von Seiten der Hersteller angewiesen, die zu geringen Informationskosten bereitgestellt werden (z.B. über Label). Die Einführung einer Vielzahl verschiedener Label mit unterschiedlichen Vergabekriterien sah sie allerdings kritisch, da dies eher zur Verwirrung der Verbraucher führe.

    Stefan Müller, Geschäftsführer und Gesellschafter der Müller Fleisch GmbH, betonte, dass sein Unternehmen sich der Verantwortung stelle, die es für die süddeutsche Schweineerzeugung und die regionale Versorgungssicherung habe. Er stellte fest, dass nur gesunde Tiere in artgerechter Haltung ein qualitativ hochwertiges Fleischangebot sichern. Daher begleite das Unternehmen die Aktion "Tierwohl", begrenze die Transportzeit und sei an einer permanenten Verbesserung der Produktions- und Verarbeitungsbedingungen interessiert.

    Walter Pötter, langjähriger Einkaufschef bei Lidl, stellte das umfangreiche Qualitätskonzept von Lidl vor, zu dem u.a. die Einführung von Eigenmarken, die Organisation einer eigenen Spedition und die konsequente Beachtung produktspezifischer Qualitätsaspekte gehören.

    In der anschließenden Diskussion erging der Appell an alle Teilnehmer, angesichts des zunehmenden Misstrauens der Verbraucher gegenüber der Landwirtschaft kein "Trübsal zu blasen", sondern mit eigener, positiver Berichterstattung darzustellen, wie gut und sicher Lebensmittel heute sind. Der aktive Dialog mit Verbrauchern müsse gesucht und die sozialen Medien bedient werden, um Transparenz über die Produktion und damit Vertrauen zu schaffen. "Vorsprung durch Technik" dürfe nicht nur ein bekannter Werbeslogan der Automobilindustrie sein, sondern müsse auch für die landwirtschaftliche Produktion propagiert werden. Mehr Verbraucheraufklärung und Kommunikation über moderne Produktionsmethoden sei ein Auftrag an die gesamte Branche.

  • VLI-Stipendium 2014/2015

    VLI-Stipendium 2014/2015

    Masterstudent erhält das Deutsche Agribusiness-Stipendium der VLI

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Rahmen ihrer Herbsttagung in Pforzheim Ende Oktober zum zweiten Mal das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus 18 Bewerbungen hat eine Jury Herrn B. Sc. Adrian Urban als Stipendiaten ausgewählt. Für die Wahl entscheidend waren neben den guten Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit des Bewerbers und das ausgewiesene Interesse am Agribusiness.

    Herr Urban ist Masterstudent im Fach Agrarmanagement an der TU München. Er erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedsunternehmen beruflich zu orientieren und einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.
    Das VLI-Vorstandsmitglied Bernhard Conzen überreichte Herrn Urban die Stipendien-Urkunde mit den Worten: "Ich freue mich, dass die VLI mit Ihnen einen sympathischen Botschafter mit Begeisterung für das Agribusiness gewonnen hat und wünsche Ihnen viele fruchtbare Begegnungen mit VLI-Mitgliedern."
    Unter dem Motto "Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V." soll das Stipendium auch weiterhin jährlich im Frühjahr ausgeschrieben werden.

  • Frühjahrstagung 2014

    Frühjahrstagung 2014

    VLI-Frühjahrstagung in Bad Driburg – „Die Lebensmittelwirtschaft im Blickpunkt – Qualität aus deutschen Landen!?“

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie fand am 9. April in Bad Driburg statt. Knapp 80 VLI-Mitglieder und Gäste diskutierten unter der Leitung von Anselm Richard, Chefredakteur des Landwirtschaftlichen Wochenblatts Westfalen-Lippe, mit fünf Referenten über die Qualität deutscher Agrarprodukte vor dem Hintergrund immer wieder auftauchender Lebensmittelskandale.

    Alle Referenten waren sich einig, dass die Qualität und Sicherheit deutscher Lebensmittel in den vergangenen 40 Jahren deutlich angestiegen ist. Dabei wurde betont, dass "Qualität" kein fest definierter Begriff ist. Qualität bezieht sich nicht nur auf die Beschaffenheit eines Produktes, sondern auch auf dessen Eignung für unterschiedliche Zwecke. "Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt!" war eine Feststellung, die im Gedächtnis blieb.

    Heutzutage legen Verbraucher in verstärktem Maße Wert auf die Qualität des Produktionsprozesses: Bioprodukte sind im Trend, Tierwohl, Gentechnik, Sozialstandards etc. stehen in der Diskussion. Erst nachfolgend interessiert die tatsächlich messbare Produktqualität. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass vielen Bürgern heute der realitätsnahe Einblick in die moderne Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung fehlt. Mit der Einführung von Zertifizierungssystemen und Labels wird versucht, den Herstellungsprozess transparent zu machen und das Vertrauen in Produkte zu erhöhen. Es ist aber zu befürchten, dass Käufer mit einer Flut verschiedener Labels nicht mehr umgehen können.

    Bemängelt wurde, dass die Maßstäbe für Lebensmittelqualität von den Kritikern gesetzt werden und nicht durch die Branche selbst. Es fehlt eine positive Branchendarstellung in den Medien, um Vertrauen und Emotionen beim Verbraucher zu wecken. Einigkeit bestand darin, dass die Herstellung hochwertiger Produkte für zufriedene Kunden ein wichtiges Branchenziel ist, und dies in der Öffentlichkeit wieder stärker herausgestellt werden muss.

  • VLI-Ehrenpreis 2014

    VLI-Ehrenpreis 2014

    VLI verleiht Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an Prof. Dr. Stefan Tangermann

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im April zum zweiten Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist der renommierte Göttinger Agrarökonom und Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Prof. Dr. Stefan Tangermann.

    Der VLI-Vorsitzende, Herr Dr. Thomas Kirchberg, lobte den Preisträger als Wissenschaftler, der immer wieder sehr engagiert zu aktuellen agrar- und wirtschaftspolitischen Fragen Stellung bezog.  Er verwies auf die langjährige Tätigkeit des Preisträgers als Politikberater auf nationaler und internationaler Ebene. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Bundeslandwirtschafts-ministeriums hat er 25 Jahre lang maßgeblich an der Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik mitgewirkt. Als Direktor bei der OECD hat er sich mit seiner wissenschaftlichen und politischen Befähigung großen internationalen Respekt erworben.

    Der VLI-Vorsitzende überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 €. Der VLI-Ehrenpreis wird in Zukunft jährlich im Rahmen der VLI-Frühjahrstagung verliehen werden. Der erste Preisträger war im Herbst 2012 der ehemalige Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner.

  • Herbsttagung 2013

    Herbsttagung 2013

    VLI Herbsttagung in Hamburg -
    "Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik - gut gerüstet in die Zukunft?"

    Nach den guten Erfahrungen des vergangenen Jahres wurde die Herbsttagung 2013 wiederum als 2-tägige Veranstaltung organisiert. Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung wurde erstmalig das Deutsche Agribusiness-Stipendium der VLI verliehen. Mit diesem Stipendium fördert die VLI Nachwuchskräfte mit agrar- bzw. ernährungswissenschaftlichem Schwerpunkt finanziell für ein Jahr und bietet darüberhinaus die Möglichkeit, das Agribusiness mit all seinen Facetten näher kennenzulernen und erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern aufzubauen.

    Das diesjährige Stipendium wurde an Frau Linda Schaar (23), Masterstudentin der Ernährungsökonomie an der Universität Gießen, verliehen. In seiner Laudatio würdigte Prof. Schmitz, Universität Gießen, die bisherigen Leistungen von Frau Schaar und stellte sie dem Publikum als kompetente, engagierte und sympathische junge Frau vor.

    Der VLI-Vorsitzende, Herr Dr. Kirchberg, gab seiner Freude Ausdruck, dass die Jury eine so gute Wahl getroffen habe und ermunterte Frau Schaar, die Möglichkeiten, die ihr das Stipendium bieten, gut zu nutzen. Gleichzeitig rief er alle VLI-Mitglieder auf, Frau Schaar durch Einladungen zu Veranstaltungen und die Gewährung von Praktika je nach Interesse zu unterstützen.

    Das anschließende Abendessen wurde durch einen Vortrag von Prof. Matin Qaim, Universität Göttingen, bereichert. Er präsentierte sehr anschaulich die wichtigsten Fakten zur Welternährungslage und stellte die z.T. unerwarteten Ergebnisse seiner Befragung zur Wahrnehmung des Themas "Welternährung" in der deutschen Öffentlichkeit vor. Die repräsentative Verbraucherbefragung ergab, dass als Hauptursachen für den weltweiten Hunger Dürren, Kriege und Korruption in den betreffenden Ländern angesehen werden. Der Beitrag der Landwirtschaft zur Lösung von globalen Ernährungsproblemen wird insgesamt unterschätzt. Die Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung zum Thema. Umweltziele werden sehr hoch gewichtet, für viele höher als die Verbesserung der Welternährung. Prof. Qaim kommt zu dem Schluss, dass das öffentliche Bewusstsein für das Thema und die Kommunikation über die globalen Zusammenhänge verbessert werden müssen (vgl. Klümper, W., J. Kathage, M. Qaim (2013). Wahrnehmung des Themas Welternährung in der deutschen Öffentlichkeit. Berichte über Landwirtschaft, Band 91(1)).

    Die Aktualität des Themas sowie die Attraktivität der Referenten haben dazu beigetragen, dass die Vortragsveranstaltung am darauffolgenden Tag mit ca. 80 VLI-Mitgliedern und interessierten Gäste sehr gut besucht war. Alle Referenten waren sich einig, dass mit der GAP-Reform kein allzu großer Wurf gelungen ist. Sie ist ein undurchsichtiges Konstrukt, das mehr Bürokratie mit sich bringt und sich aufgrund umfangreicher nationaler Spielräume von einer "gemeinsamen Agrarpolitik" entfernt. Die konkreten Auswirkungen auf das Agribusiness hängen von der nationalen Umsetzung der Maßnahmen ab. Dabei sollte die Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft im Auge behalten werden.

     "Die Reform kennt weder Richtung noch Ziel.", so die Einschätzung von Prof. Schmitz. Er hält die GAP-Reform für ein umfangreiches und undurchsichtiges Konstrukt, das mehr Bürokratie und mehr Regulierung mit sich bringt. Obwohl es im Laufe des Entscheidungsprozesses an Hinweisen und Bewertungen von Agrarwissenschaftlern nicht gemangelt hat, kann seiner Meinung nach im politökonomischen Entscheidungsprozess nichts anderes herauskommen.

    Die Reform ist kein großer Wurf nach vorne, sondern stellt allenfalls eine Seitwärtsbewegung dar. So bewertet Joachim Rukwied das neue Regelwerk. Er bemängelt, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarwirtschaft offensichtlich überhaupt keine Rolle gespielt hat. Der Preis der Einigung zwischen den Mitgliedstaaten war die Schaffung großer Spielräume in der nationalen Ausgestaltung. Von "gemeinsamer" Agrarpolitik kann eigentlich keine Rede mehr sein. 

    Wünsche an Umsetzung:

    Dr. Schramm: Die Freiheit der Landwirte muss beibehalten werden.

    Prof. Schmitz: Es sollte mehr Rücksicht auf fachliche Zusammenhänge genommen werden. Dafür bedarf es mutiger Politiker.

    Rukwied: Wir brauchen ein sachorientierte Politik, die die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft im Auge behält und zur Verbesserung der Einkommensverhältnisse beiträgt.

    Krapf: Die Politik sollte eine unternehmerische Landwirtschaft fördern und beachten, dass eine Produktion für Weltmärkte stattfindet.

    Zwoll: Sowohl die ökologische als auch die konventionelle Landwirtschaft benötigt einen zukunftsorientierten Rechtsrahmen, der eine klimaschonende Landbewirtschaftung möglich macht.

  • VLI-Stipendium 2013/2014

    VLI-Stipendium 2013/2014

    VLI verleiht erstmalig das Deutsche Agribusiness-Stipendium

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie hat im Oktober erstmalig das Deutsche Agribusiness-Stipendium verliehen. Aus 34 Bewerbungen hat die Jury Frau B. Sc. Linda Schaar als Stipendiatin ausgewählt. Für die Wahl entscheidend waren neben den guten Studienleistungen vor allem die Persönlichkeit der Bewerberin und das ausgewiesene Interesse am Agribusiness.

    Frau Schaar ist seit April 2013 Masterstudentin der Ernährungsökonomie an der Universität Gießen. Sie erhält neben einer finanziellen Unterstützung von monatlich 500 € für ein Jahr die Möglichkeit, sich durch Teilnahme an VLI-Tagungen und den Aufbau von Kontakten zu VLI-Mitgliedsunternehmen beruflich zu orientieren und einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.

    Der VLI-Vorsitzende, Dr. Thomas Kirchberg, freute sich über den Erfolg der erstmaligen Ausschreibung des Stipendiums. "Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen und ihre durchweg hohe Qualität bestätigen uns die Attraktivität des Stipendiums für Studierende der Agrar- oder Ernährungswissenschaften. Die VLI und ihre Mitglieder aus dem gesamten Agribusiness bieten engagierten jungen Menschen die hervorragende Chance, die Branche näher kennenzulernen und erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern aufzubauen."

    Unter dem Motto "Schärfe Deinen Blick für die Zukunft, mit einem Stipendium der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V." soll das Stipendium in Zukunft jährlich im Frühjahr ausgeschrieben werden.

  • Frühjahrstagung 2013

    Frühjahrstagung 2013

    Tierwohl in der Veredelungswirtschaft -Verbrauchererwartungen versus Erzeugerinteressen?

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI), der Gesprächsplattform für das deutsche Agribusiness, hat sich in diesem Jahr mit einem hoch aktuellen Thema beschäftigt: "Tierwohl in der Veredelungswirtschaft - Verbrauchererwartungen versus Erzeugerinteressen?".

    Obwohl sich die deutsche Tierproduktion in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich entwickelt hat und sich deutsche Milch- und Fleischwaren im Ausland großer Beliebtheit erfreuen, ist die landwirtschaftliche Nutztierhaltung immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Nutztierhalter in Deutschland sind vielfältiger Kritik ausgesetzt. Immer mehr Verbraucher interessieren sich für die Herkunft ihrer Fleischwaren. Ausgehend von einer Kampagne von Bündnis 90/Die Grünen, die eine Abkehr von der Massentierhaltung und eine Rückkehr zu einer bäuerlichen Landwirtschaft fordern und damit offensichtlich einen großen Teil ihrer Wählerschaft ansprechen, ist das Thema inzwischen zu einem Schwerpunkt im Bundestagswahlkampf geworden. Angeprangert wird vor allem die "industrielle" Nutztierhaltung in großen Betrieben, wobei unterstellt wird, dass das Tierwohl mit zunehmender Betriebsgröße abnimmt. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich aber nicht belegt. Dass die Weiterentwicklung von Tierhaltungssystemen in den vergangenen Jahrzehnten auch mit deutlichen Verbesserungen im Hinblick auf Tiergerechtheit einhergegangen ist, das ist in weiten Teilen der landwirtschaftsfernen Bevölkerung offensichtlich nicht angekommen. Auf Seiten der Verbraucher herrscht noch ein romantisiertes Bild der Landwirtschaft vor, das mit der heutigen Realität nur noch wenig gemein hat. Dabei pflegt die Branche oft selbst diese Klischees, vor allem in der Werbung.

    Im Rahmen der Tagung wurden Ansätze diskutiert, wie die Erwartungen von Verbrauchern im Hinblick auf Tierschutz und Tierwohl mit den Erzeugerinteressen, die auch die Ökonomie im Blick haben, zu vereinbaren sind. Die eingeladenen Referenten aus Wissenschaft und Praxis haben übereinstimmend betont, dass es in erster Linie gilt, den Verbrauchern den landwirtschaftlichen Prozess durch Transparenz und Offenheit wieder näher zu bringen, ihr Wissen über moderne landwirtschaftliche Produktionsmethoden zu steigern und die Fortschritte für Verbraucher, Tier und Umwelt zu erklären. Das ist ein Kommunikationsauftrag für die gesamte Branche, den die VLI mit ihrer Frühjahrstagung wahrgenommen hat.

  • Herbsttagung 2012

    Herbsttagung 2012

    Die Netzwerke des Internet – ein PR-Herausforderung für das Agribusiness

    Die Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI) wurde in diesem Jahr um eine Abendveranstaltung mit erstmaliger feierlicher Verleihung des Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preises der VLI erweitert. Mit der Namensgebung des Preises wird an einen der Gründerväter der VLI erinnert. Tilo Freiherr von Wilmowsky war sowohl 1927 bei der Gründung der damaligen "Verbindungsstelle der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer" in Nordrhein-Westfalen, als auch bei der Wiedergründung des Vereins als "Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie" 1951 federführender Initiator. Er setzte sich Zeit seines Lebens für den Interessenausgleich zwischen Industrie und Landwirtschaft ein. Bis zu seinem Tod im Jahr 1966 im Alter von 87 Jahren war er der VLI eng verbunden.

    Mit dem Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis der VLI werden in Zukunft jährlich Personen geehrt, die sich um das deutsche Agribusiness besonders verdient gemacht haben. Als erster Preisträger wurde der langjährige Präsident des deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner ausgewählt. Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg machte in seiner Laudatio deutlich, dass die positive, zukunftsorientierte Entwicklung der deutschen Agrarwirtschaft maßgeblich dem Einsatz von Herrn Sonnleitner als Bauernpräsident zu verdanken ist. Er hat dazu beigetragen, dass die notwendigen Rahmenbedingungen für eine unternehmerische und nachhaltige Landwirtschaft geschaffen werden.

    Im Rahmen der Abendveranstaltung wurde ebenfalls der langjährige Geschäftsführer der VLI, RA Dr. Arne Brockhoff, in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Über 11 Jahre lang hat er sehr erfolgreich die Weiterentwicklung der VLI hin zu einem Verein, der eine attraktive Diskussionsplattform für das gesamte Agribusiness darstellt, vorangetrieben.

    Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsames Abendessen und ein Festvortrag von Prof. Franz-Josef Radermacher, Universität Ulm, zum Thema "Die ökosoziale Marktwirtschaft - ein zukunftsfähiges globales Wirtschaftssystem?", in dem er für das Konzept der Einbeziehung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz als Zielsetzungen für die Soziale Marktwirtschaft warb.

    Der folgende Tag stand unter dem Thema "Die Netzwerke des Internet - eine PR-Herausforderung für das Agribusiness". Nach einem wissenschaftlichen Einführungsvortrag von Prof. Ludwig Theuvsen über Chancen und Risiken von Facebook, Twitter und Co. für die Öffentlichkeitsarbeit im Agribusiness stand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus der Praxis auf dem Programm. Alle Referenten machten deutlich, dass die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft im Hinblick auf die Entwicklung von Strategien zum Umgang mit diesen neuen Kommunikationsformen häufig noch nicht gut aufgestellt ist. Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf, um Verbraucher in ihrer Lebenswirklichkeit im World Wide Web zu erreichen.

  • Sommertagung 2012

    Sommertagung 2012

    Die „Waldstrategie 2020“ der Bundesregierung – ein Königsweg?

    Erstmalig in diesem Jahr fand am 10. Juli eine Sommertagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI), einer Gesprächsplattform des deutschen Agribusiness, statt. Sowohl mit dieser zusätzlichen Veranstaltung, als auch mit dem forstwirtschaftlichen Thema hat die VLI Neuland betreten und hat damit der Tatsache Rechnung getragen, dass viele Vereinsmitglieder nicht nur land-, sondern auch forstwirtschaftliche Unternehmer sind. Der Wald in Deutschland befindet sich zu 44 % im Privateigentum und somit im Spannungsfeld von individuellen und gesellschaftlichen Interessen.

    Die Zukunft des deutschen Waldes, der immerhin ein Drittel der Landesfläche ausmacht, ist gerade in der jüngeren Vergangenheit durch Aktionen von Greenpeace in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Der herrschende integrative Ansatz des "Schutzes durch Nutzung" auf gleicher Fläche wird zunehmend in Frage gestellt. Hier stehen sich scheinbar unversöhnliche Positionen gegenüber: die der Naturschützer, die u.a. einen Einschlagstopp für wertvolle, alte Laubbaumbestände fordern, und die der Forstwirte, für die Wald ein Wirtschaftsfaktor darstellt und die einer steigenden Nachfrage nach Holz im Zuge der Energiewende gegenüberstehen. Ein Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Ansprüchen an den Wald war erklärtes Ziel der Waldstrategie der Bundesregierung.

    Die unterschiedlichen Positionen waren auf dem Podium mit folgenden Referenten vertreten:

    • Ministerialdirektor Clemens Neumann, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Berlin
    • Prof. Dr. Matthias Dieter, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Hamburg
    • Philipp Freiherr von und zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V., Berlin
    • Lars Schmidt, Generalsekretär des Vorstands des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland, Berlin
    • Monika Bub, Mitglied des Vorstands des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Rheinland-Pfalz, Bellheim.
    • Hans-Heinrich Matthiesen, Ehrenvorsitzender des Verbandes der Deutschen Agrarjournalisten, Freienwill/Flensburg, moderierte die Veranstaltung.

    Alle Beteiligten begrüßten die Initiative der Bundesregierung, weil damit die Handlungsnotwendigkeit und der Steuerungsbedarf im Hinblick auf die effiziente Nutzung der Ressource Wald anerkannt und ein klares Bekenntnis zum bewährten Prinzip einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft abgelegt wird. Aus dem Willen, den Wald als Eigentum und Lebensgrundlage für die nachkommenden Generationen zu bewahren ist gerade die private Waldbewirtschaftung Garant für nachhaltige Nutzung. Allerdings fehlen in der Waldstrategie konkrete Handlungsanweisungen zur Lösung von Konfliktfeldern vor allem zwischen den Ansprüchen der Forstwirte und der Naturschützer. Das wurde im Gespräch zwischen den Referenten und bei der Diskussion mit den Tagungsteilnehmern v.a. zum Thema der angestrebten Stilllegung von 5 % der Waldfläche deutlich. Hier gilt es, für die Zukunft Regelungen zu finden, die auf der Grundlage einer sachlichen und faktenbasierten Diskussion Interessen- und Nutzungskonflikte minimieren. Mit der Diskussion über verschiedene Lösungsansätze hat die VLI dazu einen Beitrag geleistet.

  • Wechsel in der VLI-Führung

    Wechsel in der VLI-Führung

    Die Verbindungsstelle Landwirtschaft - Industrie (VLI) - ein Gesprächsforum der Agrar- und Forstwirtschaft und der für sie tätigen Industrie und Dienstleister- hat auf ihrer diesjährigen Frühjahrstagung einen Wechsel in der Führung vollzogen. Der langjährige Vorsitzende, Dr. Ralf Bethke, AR-Vorsitzender der K+S Aktiengesellschaft hat auf eine nochmalige Kandidatur verzichtet. Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Thomas Kirchberg, Vorstandsmitglied der Südzucker AG gewählt.

    Kirchberg betonte, dass die VLI den bisherigen Weg fortsetzen und sich weiterhin für eine positive Entwicklung des volkswirtschaftlich bedeutenden Bereichs Agribusiness einsetzen werde. Marktwirtschaftlich vernünftige Rahmenbedingungen auf nationaler wie auf europäischer Ebene unter gleichzeitiger Beachtung ökologischer Belange und auch gesellschaftlicher Erwartungen seien unerlässlich. Nur dann könne das Agribusiness die ihm gestellte Aufgabe erfüllen, eine ausreichende Ernährung sicher zustellen und zugleich den erwarteten Beitrag für die stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe leisten.

    Thema der Frühjahrstagung war die Entwicklung des Verbraucherschutzes. Die Referenten, BMVEL-Staatssekretär Dr. Kloos, Dr. Etgeton von der Verbraucherzentrale und Prof. Horst vom Bundesverband der Ernährungsindustrie stimmten zwar in der Zielsetzung weitgehend überein, offenbarten aber deutlich unterschiedliche Auffassungen über die richtigen Maßnahmen und Instrumente, um einerseits einen wirksamen Verbraucherschutz mit ausreichender Information und Transparenz zu gewährleisten, andererseits aber ein Übermaß staatlicher Bürokratie sowie eine einseitige, auch rechtlich bedenkliche Benachteiligung der Ernährungsindustrie zu vermeiden.

    In der Diskussion wurde verbreitet die Auffassung vertreten, dass die vorgesehenen neuen Regelungen zum Verbraucherinformationsgesetz in Verbindung mit dem inzwischen installierten Internet-Portal zur Information der Verbraucher noch unausgewogen seien. Kritisiert wurde insbesondere die Möglichkeit, im Internet-Portal schon sehr frühzeitig unter Namensnennung über Produkte zu informieren, die für mangelhaft gehalten würden. Insgesamt bestehe noch gründlicher Beratungs- und Nachbesserungsbedarf.

  • Frühjahrstagung 2012

    Frühjahrstagung 2012

    Der Staat als Partner des Agribusiness

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI), einer Gesprächsplattform des deutschen Agribusiness, war dem ordnungspolitischen Thema gewidmet, inwieweit der Staat mit Subventionen und anderen Maßnahmen wirtschaftslenkend die Entwicklung des großen, von der Urproduktion bis zum Handel reichenden Bereichs Agribusiness mitgestalten sollte.

    Die beiden Referenten, Prof. Michael Eilfort von der Stiftung Marktwirtschaft, Berlin und Prof. Alois Heißenhuber, Technische Universität München-Freising vertraten durchaus unterschiedliche Standpunkte, Einigkeit bestand jedoch in Folgendem:

    1. Befristete Anschub-Subventionen können sinnvoll sein, sofern eine ausreichende wirtschaftliche Perspektive erkennbar ist. Dauersubventionen sind dagegen ordnungspolitisch verfehlt.
    2. Die deutsche Agrar- und Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Es ist gesellschaftspolitisch gerechtfertigt, dass der Staat, dafür eine angemessene Zahlung leiste, wobei Differenzierungen je nach Region und Erhaltungsziel sachgerecht sind.
    3. Eine zügige und deutliche Entbürokratisierung ist auch im Bereich des Agribusiness erforderlich.

    Der Moderator Albrecht Prinz von Croy fasste das Ergebnis dieser Tagung pointiert so zusammen: "Der Staat ist zwar lästiger Aufseher, aber dennoch notwendiger Partner des Agribusiness".

  • Herbsttagung 2009

    Herbsttagung 2009

    Nachwachsende Rohstoffe – Werkstoffe der Zukunft

    Diesem Thema war die diesjährige Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie (VLI) gewidmet.

    Die Beiträge aus Politik, Wissenschaft und Praxis machten deutlich, dass die stoffliche Nutzung Nachwachsender Rohstoffe (Holz und andere geeignete Pflanzen) in vielen Bereichen wie in der Chemie, in der Baubranche oder in der Verpackungsindustrie eine umweltverträgliche und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Einsatz fossiler Rohstoffe sei. Erhebliche Potentiale in der Land- und Forstwirtschaft und in der Industrie könnten noch genutzt werden; die Bereitschaft dazu bestehe auch.

    Voraussetzung sei allerdings, neben der energetischen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe auch deren stoffliche Nutzung ausreichend zu fördern. Vor allem sei es erforderlich, noch vielfältige, bürokratische und ordnungsrechtliche Hemmnisse zu beseitigen. Letztlich fehle es noch immer an einem integrierten Gesamtkonzept für alle Nutzungsmöglichkeiten Nachwachsender Rohstoffe, dass angesichts der in Deutschland nur begrenzt zur Verfügung stehenden Fläche auch die widerstreitenden Interessen des Naturschutzes und der Nutzung Nachwachsender Rohstoffe zu einem vernünftigen Ausgleich bringen müsse. Lediglich Einzelaktionen wie der Aktionsplan der Bundesregierung oder die beabsichtigte Novelle des Waldgesetzes seien unzureichend.

  • AgriFoodBusiness-Preise 2009

    AgriFoodBusiness-Preise 2009

    Die in Kassel ansässige Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie (VLI) hat auch in diesem Jahr ihren AgriFoodBusiness-Preis vergeben.

    Mit diesem Preis soll auf die Bedeutung des Wirtschaftszweiges Agribusiness aufmerksam gemacht werden, der von der Urproduktion bis zum Handel reicht und immerhin etwa 4,4 Mio. Beschäftigte hat. Darüber hinaus sollen junge Menschen gefördert werden, die ihre berufliche Chance im Agribusiness sehen und die mit einer herausragenden wissenschaftlichen Arbeit oder mit einer innovativen Geschäftsidee einen Beitrag zur Weiterentwicklung dieses Wirtschaftszweiges leisten.

    Den diesjährigen Preis haben Dr. Helga Andree und Hans Fabian Jacobi, beide aus Kiel für ihre gemeinsame Arbeit "Anlagenumfassende Überwachung des Biogasprozesses mittels Nahinfrarotspektroskopie" gewonnen.

    Prof. P. Michael Schmitz, Direktor des Instituts für Agribusiness an der Universität Gießen hob in seiner Laudatio hervor, dass sich hinter dem nicht leicht verständlichen Titel der prämierten Arbeit eine geglückte und seltene Kombination einer wissenschaftlichen, hier verfahrenstechnischen Untersuchung mit einer praxistauglichen innovativen Geschäftsidee verberge. Mit diesem Projekt könnten Zuverlässigkeit und Effizienz der für das Agribusiness sowie allgemein für die Strom- und Wärmeerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen immer wichtiger werdenden Biogasanlagen deutlich gesteigert werden.

  • Frühjahrstagung 2009

    Frühjahrstagung 2009

    Der agrarpolitische Irrweg bei der Grünen Gentechnik

    Die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie (VLI), - einer branchenübergreifenden Organisation für das Deutsche Agribusiness - stand auch im Zeichen der kürzlich getroffenen Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, den Anbau der Genmaislinie MON 810 nicht zuzulassen. Diese Einzelfallentscheidung ist sachlich nicht nachvollziehbar. Jahrelange umfangreiche Fachprüfungen auf europäischer wie auf deutscher Ebene haben nicht die geringsten Bedenken gegen diese für die Maisproduktion sehr wichtige gentechnischen Methode ergeben. Der geradezu hilflose ministerielle Hinweis auf luxemburgische Wasserflöhe ändert daran nichts.

    Im Interesse der deutschen Agrarwirtschaft hofft die VLI sehr, dass die nun anstehende gerichtliche Entscheidung zumindest ab dem Landwirtschaftsjahr 2010 den Anbau von gentechnisch gestütztem Mais ermöglichen wird und damit weiteren Schaden von der Agrarwirtschaft abwendet. Über diesen konkreten Einzelfall hinaus wird eine grundsätzliche agrarpolitische Tendenz erkennbar: Das ist der Versuch, in einer global vernetzten Agrarwirtschaft Deutschland als eine gentechnikfreie Insel zu erhalten.

    Nach Überzeugung der VLI ist dies ein besorgniserregender agrarpolitischer politischer Irrweg. Mehr als zwei Jahrzehnte praktischer Erfahrung mit der Grünen Gentechnik sowie eine kaum noch zu zählende Fülle wissenschaftlicher Untersuchungen (vgl. hierzu die Presseveröffentlichung führender deutscher Forschungsinstitutionen vom 17.04.2009) haben nicht einen einzigen Fall der Gefährdung oder Schädigung von Mensch und Umwelt durch die Grüne Gentechnik ergeben. Den verantwortungsvollen Einsatz der Grünen Gentechnik dennoch zu verteufeln, ist nichts anderes als vermeintlichem Wählerwillen folgender politischer Opportunismus.

    Die weitere Verfolgung dieses agrarpolitischen Irrweges würde dazu führen, dass Forschung und Produktion mit ihren Chancen und Möglichkeiten der Grünen Gentechnik im Pflanzenbau und Pflanzenschutz noch mehr als ohnehin schon geschehen Deutschland den Rücken kehren würden. Die deutsche Agrarwirtschaft insgesamt würde in dem bestehenden globalen Wettbewerb auf Dauer ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Das kann agrarpolitisch ernsthaft nicht gewollt sein.

    Letztlich wäre diese Fehlentwicklung auch verantwortungslos und ethisch mehr als bedenklich. Gegenwärtig hungern weltweit fast eine Milliarde Menschen, und dies mit zunehmender Tendenz. Auch die deutsche Agrarwirtschaft und die deutsche Agrarpolitik stehen hier in der Verantwortung, diesen inhumanen Zustand energisch zu bekämpfen.

    Angesichts der rasant zunehmenden Weltbevölkerung auf bis zu 9,5 Mrd. im Jahre 2050 bei bestenfalls in etwa gleichbleibender nutzbarer Ackerfläche kann dieser Kampf nur gewonnen werden, wenn die landwirtschaftliche Produktivität, also der Hektarertrag, auch in Deutschland deutlich gesteigert wird. Das wiederum setzt - neben der modernen Landtechnik sowie einem effizienten Pflanzen- und Düngemitteileinsatz - zwingend die Nutzung der erheblichen Potentiale der Grünen Gentechnik voraus.

    Im Ergebnis fordert die VLI deshalb mit allem Nachdruck, die gegenwärtige Gentechnik feindliche Agrarpolitik aufzugeben und stattdessen den Weg freizumachen für eine verantwortungsvolle, d.h. dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und den Regeln guter landwirtschaftlicher Praxis folgende Nutzung der großen Chancen und Vorteile, die die Grüne Gentechnik bietet. Es ist zu hoffen, dass die jüngste Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur gentechnisch gestützten Kartoffel Amflora wirklich der Beginn einer Trendwende ist.

  • Herbsttagung 2008

    Herbsttagung 2008

    Grüne Gentechnik ist unverzichtbar

    Die Herbsttagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V., einer branchenübergreifenden Organisation für das Deutsche Agribusiness war dem unverändert aktuellen und kontrovers diskutierten Thema gewidmet, ob und unter welchen Bedingungen die Potentiale der Gentechnik in der Agrarwirtschaft genutzt werden sollten. Trotz deutlicher Meinungsunterschiede in Einzelfragen gelangten die Vertreter von Politik, Agrarwirtschaft, Industrie und Handel auch zu wichtigen übereinstimmenden Feststellungen:

    Während des inzwischen seit fast zwei Jahrzehnten weltweit stattfindenden Einsat-zes der Grünen Gentechnik hat es noch nicht einen einzigen Fall gesundheitlicher Schädigung oder Beeinträchtigung gegeben; die insoweit bestehenden Befürchtungen in der Bevölkerung sind unbegründet. Eine verbesserte sachliche Information der Öffentlichkeit unterstützt durch weitere Forschungsarbeit wird für erforderlich gehalten.

    In den kommenden Jahrzehnten müssen weltweit bis zu 9,3 Mrd. Menschen ernährt werden. Die dafür notwendige erhebliche Ertragssteigerung auf der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Ackerfläche von ca. 2,8 Mrd. ha wird ohne den gezielten sinnvollen Einsatz der Grünen Gentechnik nicht möglich sein. Das gilt auch für die deutsche Agrarwirtschaft, die anderenfalls ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren würde und dann zwangsläufig ihre volkswirtschaftliche Aufgabe nicht mehr erfüllen könnte.

    Übereinstimmend betont wurde schließlich, dass eine Co-Existenz zwischen gentechnisch gestützter und gentechnisch freier Agrarwirtschaften möglich sei, dass aber die insoweit in Deutschland geltenden Regelungen für die Agrarproduktion bis hin zur Kennzeichnung der Lebensmittel deutlich verbessert werden müssten.

  • Frühjahrstagung 2008

    Frühjahrstagung 2008

    „Quo vadis Agribusiness“

    Dieser Frage nach der Zukunft der Agrarwirtschaft und der mit ihr verbundenen Industrie war die Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI) - einer überparteilichen Organisation zur Behandlung gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Fragen - im Gut Havichhorst bei Münster gewidmet. Experten aus Wissenschaft und Praxis gelangten übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Produktion von Bioenergie keine unversöhnlichen Gegensätze seien, dass also die verbreitet und dem Schlagwort "Teller gegen Tank" geführte öffentliche Diskussion nicht zielführend sei.

    Der große Bereich Agribusiness könne vielmehr trotz der zu erwartenden Nachfragesteigerung auch in kommenden Jahrzehnten die große Herausforderung meistern, sowohl Nahrungsmittel als auch Bioenergie in ausreichender Menge und in der geforderten Qualität zu produzieren. Erforderlich sei allerdings, die großen bislang noch ungenutzten Potentiale an Ackerfläche und an agrartechnischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Ebenso wichtig sei es, die Chancen für eine Ertragssteigerung wahrzunehmen, die der vernünftige Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie der "Grünen Gentechnik" bieten. Nur so könne die notwendige Steigerung der Hektarerträge nachhaltig gelingen.

    Betont wurde schließlich die Notwendigkeit, die politischen Rahmenbedingungen auf nationaler wie auf europäischer Ebene an diesen Erkenntnissen auszurichten und noch bestehende Hemmnisse für eine liberale Marktordnung des Agribusiness abzubauen. Unter diesen Prämissen - so das Fazit der VLI-Tagung - sei das Agribusiness in der Lage, zu angemessenen Preisen sowie umweltverträglich künftig auch bis zu 9 Mrd. Menschen zu ernähren und gleichzeitig den erwartenden Beitrag zur Bioenergie zu leisten.

  • AgriFoodBusiness-Preise 2007

    AgriFoodBusiness-Preise 2007

    Erstmals in diesem Jahr hat die in Kassel ansässige Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie (VLI) ihre AgriFoodBusiness-Preise an Nachwuchskräfte dieser Branche verliehen.

    VLI-Vorsitzender Dr. Ralf Bethke betonte bei der Preisverleihung in Attendorn/Sauerland die noch häufig unterschätzte volkswirtschaftliche Bedeutung des Agrifoodbusiness sowie die Notwendigkeit, das Image und auch die politischen Rahmenbedingungen dieses Wirtschaftszweiges zu verbessern. Ein wichtiger Teilschritt auf diesem Weg sei die öffentlich wahrnehmbare Förderung junger Menschen, die mit Recht ihre berufliche Chance in dieser Branche sähen.

    Gewinner in der Kategorie "Wissenschaftliche Arbeit" ist Gereon Schulze-Althoff, Köln mit seiner Dissertation "Stufenkonzept zum Aufbau überbetrieblicher Informationssysteme für das Qualitäts- und Gesundheitsmanagement in Wertschöpfungsketten der Fleischwirtschaft".

    Den Preis in der Kategorie "Innovative Geschäftsidee" haben Martin Zarnkow und Felix Burberg, Freising für ihre gemeinsame Arbeit "Herstellung eines glutenfreien Bieres auf Basis von Rispenhirse" gewonnen.

    Die AgriFoodBusiness-Preise sollen auch im Jahre 2008 vergeben warden.