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Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis

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Foto: Historisches Archiv Krupp

Die VLI verleiht seit dem Jahr 2012 jährlich den Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an Personen, die sich in besonderer Weise um das deutsche Agribusiness verdient gemacht haben. Ziel der Preisverleihung ist die Würdigung von außerordentlichem Engagement zugunsten dieser leistungsstarken Branche, in der Landwirtschaft, Industrie, Handel und Dienstleister eng zusammenarbeiten.

Der Preisträger wird von einer Jury bestimmt, die sich aus hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Praxis des deutschen Agribusiness zusammensetzt. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Mit der Namensgebung erinnert die VLI an einen ihrer Gründungsväter.

Tilo Freiherr von Wilmowsky, 1878 geboren, war maßgeblich an der Zusammenführung von Landwirtschaft und Industrie in einer Organisation beteiligt, die 1927 als Verbindungsstelle der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde. Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der damaligen Krupp AG war er in weiten Kreisen der deutschen Wirtschaft bekannt. Nach dem Verbot der Verbindungsstelle im Dritten Reich war Tilo Freiherr von Wilmowsky auch an der Wiedergründung des Vereins als „Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie“ im Jahr 1951 in Essen beteiligt. Der Name Tilo Freiherr von Wilmowsky ist eng verbunden mit dem unermüdlichen Bemühen um einen Interessenausgleich zwischen Industrie und Landwirtschaft. Bis zu seinem Tode im Jahr 1966 im Alter von 87 Jahren war er der VLI eng verbunden.

  • Preisverleihung am 3. Mai 2018 an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm

    Preisverleihung am 3. Mai 2018 an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm

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    Im Rahmen ihrer Frühjahrstagung verlieh die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie am 3. Mai bereits zum sechsten Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist Prof. Ernst Kalm, der für sein außerordentliches Engagement vor allem im Bereich Tierzucht und Tierhaltung geehrt wurde. 

    In seiner Laudatio stellte das Jury-Mitglied Prof. Dr. P.M. Schmitz den Preisträger als national und international hoch angesehenen Wissenschaftler vor, der sich nicht nur über 30 Jahre lang für sein Institut an der Universität Kiel einsetzte, sondern auch eine Vielzahl von Ehrenämtern im In- und Ausland wahrnahm. Zu seinem erfolgreichen Lebenswerk gehöre eine beachtliche Anzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Zeitschriftenbeiträgen für die Praxis.

    In seiner Dankesrede betonte Prof. Kalm, dass es ihm immer wichtig gewesen sei, seine Forschungen und Erkenntnisse so zu kommunizieren, dass auch Nicht-Wissenschaftler sie verstehen könnten. Diese Einstellung versuche er bis heute, an jüngere Kollegen weiterzugeben.  

    Der VLI-Vorsitzende Dr. Thomas Kirchberg überreichte dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 5.000 €. Der VLI-Ehrenpreis wird jährlich im Frühjahr verliehen. Weitere Preisträger der vergangenen Jahre waren Gerd Sonnleitner, Prof. Dr. Stefan Tangermann, Philip von dem Bussche, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt und Manfred Nüssel.

  • Preisverleihung am 31. Mai 2017 an Manfred Nüssel

    Preisverleihung am 31. Mai 2017 an Manfred Nüssel

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    Im Rahmen ihrer Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen verlieh die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie am 31. Mai bereits zum fünften Mal ihren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um das deutsche Agribusiness verdient gemacht hat. Preisträger ist Manfred Nüssel, der langjährige Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes.

    Aus der Laudatio des VLI-Vorsitzenden Dr. Thomas Kirchberg:

    Nachdem im letzten Jahr mit Prof. Friedt ein Wissenschaftler ausgezeichnet wurde, sollte in diesem Jahr wieder ein Praktiker mit unserer Auszeichnung bedacht werden. Es bedurfte keiner langwierigen Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit. Die Wahl unserer Jury fiel schnell und absolut einvernehmlich auf eine herausragende Verbandspersönlichkeit: den scheidenden Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbands Manfred Nüssel.

    Herr Nüssel, ich freue mich sehr, Ihnen im Rahmen dieser Jubiläumsfeier unseren Ehrenpreis überreichen zu dürfen. Ziel unserer Preisverleihung ist die Würdigung von außerordentlichem Engagement zugunsten des Agribusiness. Dass dies auf Sie in besonderer Weise zutrifft, möchte ich zunächst begründen.

    Manfred Nüssel wurde als Sohn des Landwirts und früheren bayrischen Staatsministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Simon Nüssel in Bad Berneck im Fichtelgebirge geboren. Die Leidenschaft für die Landwirtschaft und ein besonderer Bezug zur Politik ist ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Da lag es nahe, dass er an der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf Landwirtschaft studierte und sein Studium als diplomierter Agraringenieur abschloss. 1970 übernahm er mit 22 Jahren den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern.

    Schon in jungen Jahren engagierte er sich ehrenamtlich und übernahm Verantwortung. So war er von 1974 bis 1985 Landesvorsitzender der Bayerischen Jungbauernschaft.

    Seine besondere Leidenschaft gilt dem landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen, für das er sich seit Jahrzehnten mit Empathie und Begeisterung einsetzt: Von 1989 bis 2013 als Vizepräsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, seit 1999 als Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes. Auch auf europäischer Ebene engagierte er sich mehrere Jahre lang als Vizepräsident des europäischen Dachverbands der landwirtschaftlichen Genossenschaften COGECA.

    Ein erstes politisches Mandat übernahm Manfred Nüssel 1984 als Abgeordneter der CSU im Stadtrat von Bad Berneck. Seit 1990 gehört er auch dem Kreistag des Landkreises Bayreuth an.

    Als Vertreter der Genossenschaftsorganisationen war er von 1992 bis zur Auflösung 1999 Mitglied und zeitweise Vizepräsident des Bayerischen Senats.

    Seine besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse haben dazu beigetragen, dass er seit 1983 Mitglied im Aufsichtsrat der BayWa AG ist und seit 2000 dessen Vorsitzender. Er ist außerdem Mitglied im Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

    Die Liste seiner öffentlichen Tätigkeiten ließe sich noch weiter fortführen. Darauf möchte ich aber verzichten.

    Auch die VLI profitiert seit Jahren vom Engagement Manfred Nüssels. Seit dem Jahr 2000 gehört er ununterbrochen dem erweiterten Vorstand an, nimmt regelmäßig an Sitzungen teil und bringt sich aktiv in die Vorstandsarbeit ein. Dafür danken wir Ihnen sehr herzlich, Herr Nüssel!

    Für seine ehrenamtlichen und politischen Verdienste hat Manfred Nüssel mehrere Auszeichnungen erhalten: 2002 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2007 den Bayrischen Verdienstorden und 2016 die Finanzmedaille des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen. Heute kommt eine weitere Auszeichnung dazu: der Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis der VLI.

    Lieber Herr Nüssel, mit diesem Preis zeichnen wir Sie aus für ihr außerordentliches Engagement vor allem für die genossenschaftlich organisierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft.

    "Gemeinsam mehr erreichen", das ist das einfache aber erfolgreiche Prinzip kooperativen Handelns, das hinter der Genossenschaftsidee steht, die Sie mit Begeisterung vertreten. Für Sie als Landwirt sind Selbstverantwortung und Selbstverwaltung die höchsten Güter wirtschaftlichen Handelns, die es zu schützen und zu fördern gilt. Sie sind davon überzeugt, dass sich durch Zusammenarbeit und das Bündeln von Kräften die Wertschöpfung des einzelnen Landwirts langfristig erhöhen lässt.

    Als Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands haben Sie sich für die erfolgreiche Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Genossenschaften als wichtigem Regulativ zur privaten Wirtschaft in den vergangenen 18 Jahren stark gemacht.
    Sie haben mit Tatkraft und Fingerspitzengefühl den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Raiffeisen-Verbandes gesichert und ausgebaut. Dabei geholfen haben Ihnen sicherlich Ihre guten Beziehungen zur Politik.

    Im Sommer endet Ihre Präsidentschaft, aber nicht ihr Engagement für die Agrarwirtschaft. Davon sind wir überzeugt. Einige ihrer öffentlichen Ämter werden Sie sicherlich nach wie vor beibehalten.

    So hoffen auch wir darauf, dass Sie der VLI treu bleiben und durch Ihre Mitarbeit im erweiterten Vorstand unsere Verbindungsstelle weiterhin unterstützen und voranbringen werden. Es ist uns eine Freude, Ihnen als Ehrenpreisträger die VLI-Ehren­mitgliedschaft anzubieten. Auf diese Weise könnten Sie Ihr Mandat in der Vorstandschaft ohne weiteres beibehalten.

    Ich denke, mit meinen Ausführungen konnte ich hinreichend erklären, weshalb unsere Jury und wir zu der Überzeugung gekommen sind, dass Sie ein absolut würdiger Träger unseres Tilo Freiherr von Wilmowsky-Preises sind.

  • Preisverleihung am 21. April 2016 an Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt

    Preisverleihung am 21. April 2016 an Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt

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    Im Rahmen der VLI-Frühjahrstagung am 21.04.16 in der WGZ-Bank in Düsseldorf wurde der Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Friedt verliehen. 

    Aus der Laudatio des DLG Hauptgeschäftsführers Dr. Reinhard Grandke:

    Geboren 1946 im rheinland-pfälzischen Breitenthal, studierten Sie von 1968 bis 1971 Agrarwissenschaften in Bonn.
    Ihr beruflicher Lebensweg führte Sie zunächst nach Bayern, wo Sie bei der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung – dem heutigen Helmholtz Zentrum – als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung für Pflanzengenetik tätig waren. 1978 promovierten Sie an der TU München bei Prof. Fischbeck am Lehrstuhl für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung zum Thema  „Untersuchungen an autotetraploiden Gersten unter besonderer Berücksichtigung der Diploidisierung“. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Resistenz- genetik der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Lehraufträge für das Fach Pflanzengenetik an der Universität Bayreuth, ein Forschungsaufenthalt an der Kyoto University sowie die Habilitation an der Universität Bayreuth am Lehrstuhl für Genetik bei Prof. Klingmüller zum Thema „Untersuchungen über die genetischen Auswirkungen von Chromosomen- und Genommanipulationen und deren Bedeutung für die Getreidezüchtung“ – die ideale, fachlich fundierte Vorbereitung auf die Übernahme der ordentlichen Professur für Pflanzenzüchtung an der Justus-Liebig-Universität Giessen im Jahr 1985, die Sie – trotz Rufen aus Hohenheim und Quedlingburg – bis zu Ihrer Emeritierung im Jahr 2013 fast 30 Jahre lang innehatten. 1992/93 und 1998/99 waren Sie zudem Dekan des Fachbereichs Agrarwissenschaften und Umweltsicherung.
    Die Inhalte ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zeigen aber auch auf, warum Sie heute hier als Preisträger stehen: „Entwicklung von neuen Technologien und die Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Umsetzung.“ Diesem Grundsatz sind Sie bis heute treu geblieben. Ihre vielfältigen Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte lagen unter anderem in den Bereichen Genetische Diversität bei  Nutzpflanzen und ihren (wilden) Vorfahren, Resistenz von Getreide und Ölpflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge sowie Stresstoleranz, Qualitätszüchtung bei Öl- und Proteinpflanzen – beispielsweise durch Biotechnologie oder Genombasierte Züchtung –, und molekulare Züchtung. Sie forschen auf hohem Niveau in der F&E-Abteilung an den Lösungen für die Ernährung von bald 10 Mrd. Menschen.

    Mehr als 200 Veröffentlichungen in begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften zeugen von großem Wissensdurst, ja, Forscherdrang, der Ihnen, verehrter Herr Prof. Friedt, internationales Renommee eingebracht hat. Ihr jahrzehntelanger Einsatz für die Pflanzenzüchtung, als Forscher und akademischer Lehrer – Sie haben mehr als 100 Doktoranden und 4 Habilitationen betreut –, als Netzwerker, hochgeschätzter Autor und Mitherausgeber akademischer Zeitschriften, sucht seinesgleichen. Mit diesen Netzwerken, mit der Ausbildung, aber auch mit der Prägung, die Sie ihren Schülern mitgegeben haben, haben Sie vielfältige Stellen und Positionen in der gesamten Kette von Wissenschaft, Landwirtschaft und Wirtschaft besetzt. Das beweist bei der Diskussion mit vielen Entscheidern die stolz hervorgebrachte Positionierung durch den Satz „Ich bin ein Friedt-Schüler“.

    Sie haben eines nie aus den Augen verloren und stehen in besonderer Weise dafür – und dies ist der Nutzen, den Ihre Forschungen für die Praxis bedeuten. Dabei haben Sie nicht nur den Nutzen klar für die Praxis formuliert, Sie haben sich auch Gedanken um die Umsetzung und Multiplikationsfähigkeit gemacht. Dabei haben Sie auch die kritische Auseinandersetzung nicht gescheut. Gerade beim Thema Gentechnik, aber auch bei anderen Züchtungsformen haben Sie den Dialog und die Diskussion mit allen gesellschaftlichen Gruppen geführt und den Nutzen für die Allgemeinheit dargestellt. Sie haben sich dadurch eine Leuchtturmfunktion erarbeitet. Diese Leuchtturmfunktion bedeutet, Sie geben Richtung für Wissenschaft, Praxis, Beratung und Industrie vor.

    Diese Leuchtturmfunktion beinhaltet aber auch eine Kombination, die wir uns heute viel mehr wünschen. Mit Ihren Vorstellungen und Ihren vermittelten Inhalten verbinden Sie höchste wissenschaftliche Expertise mit der Anwendung und Nutzen für die Praxis und die mögliche wirtschaftliche Umsetzung durch die Industrie. Sie verbinden Impactfaktor mit Wirtschaftlichkeit und ökonomische Umsetzbarkeit und erfolgreiche Geschäftsmodelle.

    Der Gedanke an die Umsetzung ist auch Ihrer akademischen Heimat gegeben. Nicht umsonst sind Sie seit über 30 Jahren an der Justus Liebig Universität tätig.

    „Das Geheimnis all derer, die Erfindungen machen, ist, nichts für unmöglich anzusehen.“ Diese Worte stammen aus dem Munde von Justus von Liebig – welch eine Forscherbegeisterung.
    Lieber Herr Prof. Friedt, Sie setzen die Liebig´sche Denkschule fort: Liebig, wäre begeistert ob der Friedt´schen Passion für Wissenschaft und Forschung, des Arbeitseifers, des wissenschaftlichen Lebenswerkes und dem Gespür für die wirtschaftliche Umsetzung. Die Frage ist auch heute noch, welche Technologie ist der Fleischextrakt, der Mineraldünger für die Ernährung von 10 Mrd. Menschen. Angewandte Forschung, die in der Praxis, bei den Landwirten ankommt: das war das Credo Liebigs, der mit seinen Erkenntnissen zur Pflanzenernährung die Mineraldüngung begründete. Die spätere industrielle Nutzung und Multiplikation sorgte für die weite Verbreitung in der Bevölkerung.

    Es war auch das Credo Wilmowskys, dem die deutsche Agrarbranche den Grundgedanken verdankt, dass nur das Verständnis füreinander, der gemeinsame Dialog und Austausch, die Basis für ein starkes Agribusiness bildet. Und es ist auch das Credo Friedts, dessen Erkenntnisse rund um die Pflanzenzüchtung dem Landwirt auf seinem Acker zugutekommen. Der Name Friedt steht dabei ebenso wie von Liebig und von Wilmowsky für die Verbindung von Forschung, Landwirtschaft und Industrie.

    Verehrter Herr Prof. Friedt, von Ihrer Expertise profitiert nicht nur die Forschung. Ob wissenschaftliche Gesellschaften, öffentlichen Forschungsinstitutionen oder Private  Forschungsförderungseinrichtungen: Ihr ehrenamtliches Engagement für die Branche über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus ist außerordentlich vielfältig. Bis heute sind Sie Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des JKI und der UFOP, waren Mitglied der Zentralkommission für biologische Sicherheit (ZKBS), des Fachbeirats des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung und des Beirats der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung – um nur einige Felder zu nennen, in denen Sie eindrucksvoll auf nationaler und internationaler Ebene den Schulterschluss von Wissenschaft und Wirtschaft, von Forschung und Praxis, erfolgreich realisierten.

    Verehrter Herr Prof. Friedt, Ihr außerordentliches Engagement, Ihre Verdienste um das deutsche Agribusiness, sind beispielhaft. Die Jury hat deshalb beschlossen, Sie für Ihr Wirken mit dem Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis auszuzeichnen.

    Herzlichen Glückwunsch!

  • Preisverleihung am 21. April 2015 an Philip Freiherr von dem Bussche

    Preisverleihung am 21. April 2015 an Philip Freiherr von dem Bussche

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    Im Rahmen der VLI-Frühjahrstagung am 21.04.15 im Steigenberger Grandhotel Handelshof bzw. in der Alten Handelsbörse in Leipzig wurde der Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an Philip Freiherr von dem Bussche verliehen. 

    Aus der Laudatio des VLI-Vorsitzenden Dr. Thomas Kirchberg:

    „Die Passion für die Landwirtschaft und die Liebe zu Natur und Umwelt wurde Ihnen sozusagen in die Wiege gelegt. Bereits seit über 600 Jahren bewirtschaftet die Familie von dem Bussche das Gut Ippenburg im Landkreis Osnabrück. Da lag es nahe, dass Sie nach Abitur und Wehrdienst eine landwirtschaftliche Lehre absolvierten. Danach entschieden Sie sich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln, das Sie 1975 erfolgreich abschlossen. Im Jahr darauf übernahmen Sie den elterlichen Betrieb, das Gut Ippenburg, das mit 330 ha landwirtschaftlicher Fläche und ebenso viel Wald schon damals eine beachtliche Größe hatte. Angebaut werden noch heute Weizen und Roggen, Zuckerrüben, Raps und Mais. Neben Ackerbau und Forstwirtschaft bauten Sie eine große Schweineproduktion und Ferkelaufzucht auf.

    Die Herausforderungen und Chancen der Wiedervereinigung nutzten Sie 1991, um gemeinsam mit einem ortsansässigen Partner einen Ackerbaubetrieb mit 2000 ha in Sachsen aufzubauen.

    Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit haben Sie sich über 30 Jahre lang als Mitglied und Vorsitzender verschiedener Fachausschüsse und Fachabteilungen der DLG engagiert. 15 Jahre waren Sie Mitglied im DLG-Vorstand und von 1997 bis 2006 neun Jahre DLG-Präsident. In dieser Zeit haben Sie mit den strategisch richtigen Weichenstellungen die DLG erfolgreich modernisiert und weiterentwickelt und damit das Fundament für den guten Ruf gelegt, den die DLG heute auch im Ausland genießt. Für Ihre Verdienste um die DLG wurden Sie mit der Großen Goldenen Max-Eyth-Denkmünze ausgezeichnet.

    Im Jahr 2005 haben Sie sich mit der Berufung in den Vorstand der KWS SAAT AG nochmals einer neuen Herausforderung gestellt, 2008 wurden Sie Vorstandssprecher des Unternehmens. Mit Ihrer langjährigen landwirtschaftlichen Erfahrung und Ihrer Faszination für Pflanzenzüchtung als Motor für den landwirtschaftlichen Fortschritt haben Sie auch die Geschicke des größten deutschen Pflanzenzüchters zukunftsweisend gelenkt.

    Auch der VLI waren Sie über viele Jahre verbunden. Mit der Übernahme der DLG-Präsidentschaft wurden Sie 1997 in den erweiterten VLI-Vorstand gewählt. Bis zum Jahr 2011 gehörten Sie diesem Gremium an, seit 2006 als Repräsentant der KWS SAAT AG. In diesen 14 Jahren haben Sie die Ausrichtung der VLI ebenfalls mitgeprägt.

    Zusammenfassend sei gesagt: Wenn jemand in den letzten Jahrzehnten der Idee einer wissensbasierten, unternehmerischen Landwirtschaft in Deutschland und Europa einen Schub gegeben hat, dann waren Sie es! Wie kaum ein anderer verkörpern Sie den modernen Landwirt. Sie treten ein für Unternehmertum und Fortschritt, sehen Freiheit gleichzeitig als Chance und Verantwortung. Für Sie ist der Mut zur Veränderung immer die wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit jedes Einzelnen und der Gesellschaft insgesamt. Sie haben sich nie gescheut, gelegentlich Unbequemes zu sagen, egal, ob es in der landwirtschaftlichen Praxis oder in der Politik gern gehört wurde oder nicht. Ihre Beiträge zur Fortentwicklung des landwirtschaftlichen Sektors waren stets praxisorientiert und konstruktiv. Damit haben Sie der deutschen Landwirtschaft große und richtungsweisende Impulse gegeben.

    Ende letzten Jahres sind Sie in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden, kürzlich konnten Sie Ihren 65. Geburtstag feiern. Nachträglich herzliche Glückwünsche!
    Wer aber glaubt, Sie würden sich nun aufs Altenteil zurückziehen und den Ruhestand genießen, hat sich gründlich geirrt.
    Einer Übernahme von Verantwortung wollen Sie sich auch in der neuen Lebensphase nicht entziehen. Da bleiben Sie sich treu!
    Im Januar sind Sie zur DLG zurückgekehrt und haben sich in den neu eingerichteten Aufsichtsrat wählen lassen, dessen Vorsitz Sie übernommen haben.
    Im Februar sind Sie dem Beirat der Bernard Krone-Holding beigetreten und haben auch hier den Vorsitz übernommen. Die Firmengruppe konnte sicherlich keinen besseren familienfremden Berater und Ideengeber für die strategische Ausrichtung finden.
    Und im Mai steht Ihre Wahl in den Aufsichtsrat der K+S AG bevor.

    Schön, dass Sie der deutschen Agrarwirtschaft auch weiterhin als erfahrener Berater und Impulsgeber zur Seite stehen.
    Ich denke, mit meinen Ausführungen konnte ich hinreichend erklären, weshalb unsere Jury und wir zu der Überzeugung gekommen sind, dass Sie ein absolut würdiger Träger unseres Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreises sind.“

  • Preisverleihung am 9. April 2014 an Prof. Dr. Stefan Tangermann

    Preisverleihung am 9. April 2014 an Prof. Dr. Stefan Tangermann

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    Im Rahmen der VLI-Frühjahrstagung am 09.04.14 im Gräflichen Park in Bad Driburg wurde der Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Prof. Dr. Stefan Tangermann verliehen.

    Aus der Laudatio des VLI-Vorsitzenden Dr. Thomas Kirchberg:

    „Zu Ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Europäische Agrarpolitik, aber auch die Europäische Integration und die internationale Agrarhandelspolitik. Mit Ihren wissenschaftlichen Arbeiten bezogen Sie immer sehr engagiert zu aktuellen agrar- und wirtschaftspolitischen Fragen Stellung und vertraten dabei auch Positionen, die nicht dem jeweils aktuellen Mainstream entsprachen. Auch haben Sie regelmäßig in der allgemeinen Tagespresse publiziert, um auf Ihrer Meinung nach unsinnige Entwicklungen in der Agrarpolitik aufmerksam zu machen.
    Ihr Ziel war es, mit wissenschaftlichen Methoden zum politischen Diskussionsprozess und zur Gestaltung einer „vernünftigen“ Agrarpolitik beizutragen. Dabei ist es Ihnen gelungen, auch schwierige Inhalte und Erkenntnisse so zu formulieren, dass sie einer breiten Öffentlichkeit verständlich sind. Viele Ihrer Bücher und Artikel haben der nationalen und internationalen Debatte über Agrarpolitik wichtige Anstöße gegeben.
    Daher ist es nicht verwunderlich, dass Sie viele Jahre als anerkannter Politikberater zahlreicher Ministerien sowie nationaler und internationaler Institutionen wie der OECD, der Weltbank, der FAO, der Europäischen Kommission und des USDA fungierten.
    Besonders herausstellen möchte ich hier nur Ihre Mitgliedschaft im wissenschaftlichen Beirat beim Bundeslandwirtschafts-ministerium von 1976 bis 2001 (also 25 Jahre!) und im deutschen Wissenschaftsrat.
    Ein ganz besonderer Höhepunkt Ihrer beruflichen Laufbahn war sicherlich Ihre Tätigkeit bei der OECD in Paris zunächst als Direktor für Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Fischerei und später als Leiter des neuen Direktorats „Handel und Landwirtschaft“ von 2002 bis zu Ihrem offiziellen Ruhestand im Jahr 2008. Auch diese neue Herausforderung in einer politischen Institution, in der nicht nur wissenschaftlicher Sachverstand, sondern auch Fingerspitzengefühl und Kompromiss-bereitschaft nötig waren, haben Sie sehr erfolgreich gemeistert. Auch hier haben Sie sich mit Ihrer wissenschaftlichen und politischen Befähigung großen Respekt erworben und zu einem positiven Image der Deutschen in der OECD beigetragen.
    Für Ihre Leistungen als Wissenschaftler und Politikberater sind Sie mehrfach ausgezeichnet worden. Ich nenne hier nur das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, das Ihnen 2007 von Bundespräsident Horst Köhler verliehen wurde.
    Auch nach Ihrer Emeritierung im Jahr 2009 haben Sie sich keineswegs in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Sie sind aus Paris an das Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung in Göttingen zurückgekehrt und haben mit verschiedenen Diskussionsbeiträgen weiterhin zur öffentlichen Debatte um die EU-Agrarpolitik beigetragen.
    Im April 2012 haben Sie sich nochmals einer ganz besonderen Herausforderung gestellt: Sie leiten als Präsident die traditionsreiche Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Sie als Mitglied bereits seit 1994 angehören…
    Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist ausgesprochen zeitintensiv und wird Sie noch mindestens bis 2016 in Anspruch nehmen, da die Amtszeit 4 Jahre beträgt. Für diese ehrenvolle Aufgabe wünschen wir Ihnen weiterhin alles Gute.
    Sehr geehrter Herr Prof. Tangermann, es gäbe noch viel mehr über Ihre erfolgreiche berufliche Laufbahn zu berichten, aus Zeitgründen beschränke ich mich aber an dieser Stelle.“

  • Preisverleihung am 24. Oktober 2012 an Gerd Sonnleitner

    Preisverleihung am 24. Oktober 2012 an Gerd Sonnleitner

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    Im Rahmen der VLI-Herbsttagung am 24.10.12 im Cecilienhof in Potsdam wurde der Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an den langjährigen Präsidenten des deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner verliehen. 

    Aus der Laudatio des VLI-Vorsitzenden Dr. Thomas Kirchberg:

    Es ist mir als Vorsitzendem der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie eine besondere Ehre und Freude, unseren Tilo Freiherr von Wilmowsky-Ehrenpreis an eine Persönlichkeit verleihen zu dürfen, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit Herz, Sachverstand und Beharrlichkeit für das deutsche und europäische Agribusiness ganz besonders eingesetzt hat. Als Präsident des bayerischen und später auch des deutschen Bauernverbandes haben Sie, Herr Sonnleitner, seit 1991 für die Entwicklung einer zukunftsfähigen deutschen Landwirtschaft gekämpft. Das war nicht immer einfach. Es gehörten Kraft, Mut und Standhaftigkeit dazu, um den notwendigen Wandel herbeizuführen. Dabei war Ihnen die Sozialverträglichkeit des Strukturwandels immer ein wichtiges Anliegen. Durch Ihre Arbeit haben Sie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass deutsche Landwirte die Märkte nicht mehr als Bedrohung, sondern als Chance sehen und nutzen.

    Lieber Herr Sonnleitner, mit Ihrem Glauben an die Marktkräfte und Ihrem Bekenntnis zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft durch Marktöffnung waren Sie Ihrer Zeit weit voraus.

    Es ging Ihnen aber nie nur um die landwirtschaftlichen Betriebe allein. Die Verarbeitungsindustrie als wichtige Partner zur bestmöglichen Verwertung der Produkte war Ihnen immer wichtig. In der Kette denken macht den Erfolg aus. Genauso sind die Unternehmen der Agrarchemie, der Landtechnik und des Handels Teil dieser Kette, Teil des Agribusiness. So verstanden Sie Ihre Rolle als Anwalt der Branche und deshalb sind Sie unser Preisträger für besondere Verdienste um das Agribusiness.

    Zu Ihrem Abschied als Präsident des Deutschen Bauernverbandes haben Sie Ihrem Nachfolger, Joachim Rukwied, folgenden Satz mit auf den Weg gegeben: „Es kommt darauf an, was man daraus macht“. Sie, lieber Herr Sonnleitner, haben viel aus Ihren Aufgaben gemacht!